Petzner:

ÖSTERREICH-Interview

Petzner: "Haider wäre nicht für Hofer"

Im Interview für die Sonntagsausgabe der Tageszeitung ÖSTERREICH bewertet der ehemalige BZÖ-Spitzenpolitiker und Haider-Vertraute Stefan Petzner den Wahlkampf der beiden Präsidentschaftskandidaten.

Dabei äußert er sich außerordentlich kritisch zu FPÖ-Bewerber Norbert Hofer.

Petzner sagt: "Man bekommt das Gefühl nicht los: Wolf im Schafspelz, tickende Zeitbombe. Mit diesem Gerede über ,Regierung entlassen' oder ,Ihr werdet euch noch wundern' macht Hofer Angst. Jörg Haider war für eine Zusammenlegung von Präsident und Kanzler. Er ist aber später davon abgerückt. Und hätte einen FPÖ-Kandidaten Hofer mit diesem Amtsverständnis nie unterstützt."

So bewertet Petzner:

Van der Bellen ist endlich aufgewacht

Positiv
Alexander Van der Bellen ist rechtzeitig vor der Stichwahl aufgewacht, offensiv und angriffig. Das ist aus seiner Sicht taktisch auch völlig richtig. Der Rücktritt Werner Faymanns und der Wechsel zum neuen Bundeskanzler Christian Kern helfen Van der Bellen. Jene Wähler, die beim ersten Wahlgang Hofer wählten, um einen Wechsel zu erreichen, haben also ihr Ziel erreicht. Die Wut ist ein bisschen kleiner.

Negativ
Abgeschlagen. Der Vorsprung von Hofer – er lag am 24. April rund 14 Prozentpunkte vorne – ist schon sehr groß. Auch wenn die Stichwahl wieder bei null beginnt – das muss Van der Bellen erst einmal aufholen. Zudem tut die FPÖ alles, um ihn ins grüne Eck zu schieben und seine Glaubwürdigkeit zu erschüttern. Als ehemaliger Grünen-Parteichef kommt er aus diesem Dilemma nur schwer heraus.

Hofer zieht die Wut-Wähler an

Positiv
Norbert Hofer führt eigentlich einen Wahlkampf für eine Nationalratswahl – obwohl ja vielmehr der Bundespräsident gewählt wird und es da um andere Themen gehen müsste. Und die FPÖ macht das sehr gut und professionell, eine sehr geschickte Vorgangsweise. Hofer gelingt es, auf diese Weise das gesamte Protestpotenzial anzusprechen und so nur auf seine Person zu lenken.

Negativ
Angst. Man bekommt das Gefühl nicht los: Wolf im Schafspelz, tickende Zeitbombe. Mit diesem Gerede über „Regierung entlassen“ oder „Ihr werdet euch noch wundern“ macht Hofer Angst. Jörg Haider war für eine Zusammenlegung von Präsident und Kanzler. Er ist aber später davon abgerückt. Und hätte einen FPÖ-Kandidaten Hofer mit diesem Amtsverständnis niemals unterstützt.

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