21. Juni 2010 18:30
Im Burgenland sind SPÖ und ÖVP über eine Zusammenarbeit in der
Landesregierung und im Landtag einig. Das haben Landeshauptmann Hans Niessl
(S) und Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (V) am Montagnachmittag
in Eisenstadt bekanntgegeben. Nun sollen noch einige Feinabstimmungen
getroffen und die Gremien informiert werden. Beide Parteien wollen in der
Konstituierenden Sitzung des Landtages am Donnerstag einen gemeinsamen
Vorschlag zur Wahl des Landeshauptmannes und der Regierungsmitglieder sowie
zur Wahl des Landtagspräsidiums einbringen.
Mit der ÖVP habe es "gute Gespräche" gegeben. "Aus meiner Sicht haben wir in
wesentlichen Punkten Konsens gefunden", die Voraussetzung für ein
Arbeitsübereinkommen zwischen beiden Parteien seien, sagte Niessl. Was jetzt
noch offen sei, sei eine Frage der Formulierung und der Feinabstimmung.
Details des Regierungsübereinkommens sollen am Mittwoch in einer gemeinsamen
Pressekonferenz von Niessl und Steindl präsentiert werden.
Ihm sei wichtig, dass man ein "Zukunftspaket" geschnürt habe, bei dem die
Beschäftigung im Vordergrund stehe. Arbeitsmarktpolitik, Sicherheit und
Bildung sowie Sozial- und Gesundheitswesen seien "jene Bereiche, wo es kein
Sparpotenzial aus unserer Sicht gibt", so Niessl. In vielen anderen
Bereichen werde es zu Einsparungen kommen.
im Bereich des Tourismus, wo es in der vergangenen Legislaturperiode
stärkere Differenzen gab, habe man eine Lösung gefunden, mit der beide
Parteien leben könnten. Einsparungen soll es etwa in der Landesverwaltung
und im Landesschulrat geben. Nach der für Anfang Juli geplanten
Regierungserklärung soll bereits mit den Vorarbeiten für das Budget begonnen
werden, im September soll eine Budgetklausur stattfinden, so Niessl. Für
gemeinsame Budgetbeschlüsse in den nächsten Jahren gebe es "eine fixe
Absichtserklärung". Er gehe davon aus, dass ein Doppelbudget verhandelt wird.
Man habe sich auf ein "Fünfjahresprogramm für das Burgenland" geeinigt, so
Steindl. Es werde auch einen "Kassasturz" geben. Die ÖVP wolle deutliche
Akzente im Gesundheits- und Sozialbereich setzen. Im Bereich der Wirtschaft
habe man sich klar zu Klein- und Mittelbetrieben sowie auch zu den
Leitbetrieben bekannt. Man werde die Förderungen in Richtung Export und
Innovation modernisieren. In den Gesprächen sei es auch darum gegangen, dass
alle sieben Regierungsmitglieder ein Budget hätten, wo sie handeln können,
"und das wurde sichergestellt", so Steindl.