Stöger:

Alarm zum Weltnichtrauchertag

Stöger: "Totales Rauchverbot muss her"

Am Samstag ist Weltnichtrauchertag, aber Österreich steht in Europa noch immer als das Paradies der Raucher da: Nirgendwo anders rauchen noch so viele Menschen (2,3 Millionen greifen täglich zur Zigarette), nirgendwo anders gibt es so wenig Rauchverbotszonen und ist der Nichtraucherschutz schlechter – das zeigt die Studie der Europäischen Krebsliga auf.

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) will dem ein Ende setzen: „Ich fordere ein totales Rauchverbot in der Gastronomie“, sagt er zu ÖSTERREICH. Rauchverbot besteht in Österreich im öffentlichen Raum, für die Gastronomie gilt eine Sonderregelung – Raucherbereiche und reine Raucherlokale (unter 50 Quadratmetern) sind sehr weit verbreitet.

Und: Viele halten sich nicht einmal an das schwammige Gesetz, im Vorjahr hagelte es 2.534 Anzeigen gegen Wirte, die das Gesetz nur halbherzig umsetzten – darunter auch etliche Spitzengastronomen. „Rauchersheriff“ Dietmar Erlacher sagt sogar: „In manchen Regionen halten sich 100 Prozent der Wirte nicht an die Gesetze.“

Auch Ärztekammer und Experten für Rauchverbot
Stögers Forderung nach dem generellen Rauchverbot wird von der Ärztekammer und von Experten unterstützt. Doch: Ihm sind die Hände gebunden, die ÖVP blockiert. Erlacher: „Stöger tut zu wenig, es gibt zu wenig Hilfe für Raucher, die aufhören wollen.“ (prj)

Stöger im Gespräch mit ÖSTERREICH:

ÖSTERREICH: Österreich ist noch immer ein Paradies für Raucher – was sagen Sie als Gesundheitsminister dazu?
Alois Stöger: Es stimmt, wir sind Schlusslicht beim Nichtraucherschutz, wir wollen das aber nicht mehr. Rauchen löst viele Krankheiten aus. Wir brauchen endlich eine klare gesetzliche Regelung – ich fordere deshalb auch in der Gastronomie ein totales Rauchverbot.

ÖSTERREICH: Wie umfassend soll dieses Rauchverbot sein? In Graz etwa gibt es bereits ein Rauchverbot im Freibad …
Stöger: Das Rauchverbot soll primär in geschlossenen Räumen bestehen und auch dort, wo es Ansammlungen gibt – darunter fallen auch Freibäder und Kinderspielplätze. Das ist sicher sinnvoll. Wichtig: Es soll in Zukunft überhaupt keine Raucherlokale mehr geben.

ÖSTERREICH: Wer soll das kontrollieren?
Stöger: Für die Kontrollen sind Bezirksbehörden zuständig, es wird keine Raucher-Inspektion geben.

ÖSTERREICH: Gastronomen fürchten durch das Rauchverbot Umsatzeinbußen …
Stöger: Die Erfahrung zeigt, es gibt keine Einbußen. Wirte sagen mir auch, es ist der Umsatz gestiegen, weil sie ein Nichtraucherlokal geworden sind.

ÖSTERREICH: Wie wollen Sie Ihr Ziel durchsetzen?
Stöger: Ich möchte den Weltnichtrauchertag als Anlass für einen Appell an die Abgeordneten nützen: Schützen wir unsere Gesundheit, die der Angestellten, der Gäste und der Kinder. Wir werden immer mehr Parlamentarier, die das Rauchverbot fordern. Und: Die gefährlichen Inhaltsstoffe im Tabak müssen reduziert werden.

ÖSTERREICH: Wann wollen Sie das durchsetzen?
Stöger: Ich möchte das auf jeden Fall noch in meiner Amtszeit, also bis spätestens 2018, realisieren. Noch blockiert aber der Koalitionspartner.

(prj)

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