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Streit um Erdogan-
Besuch in Wien

10.000 Erdogan-Anhänger werden am Donnerstag, vor und in der Albert-Schultz-Eishalle in Wien Kagran Türkeis Premier Recep Tayyip Erdogan feiern. Heftige Gegendemos werden erwartet, die Polizei hat Alarmstufe Rot.

Offiziell kommt Erdogan zur „10-Jahres-Feier“ des Vereins der „Union der Europäischen türkischen Demokraten“ nach Österreich: „Deshalb haben wir ihn auch eingeladen“, sagt Abdurrahman Karayazili, Präsident des Vereins, zu ÖSTERREICH.

Grünen-Bundesrat Efgani Dönmez, Politiker mit türkischen Wurzeln, hält diese Argumentation für „völligen Unsinn“: „Erdogan will türkische Innenpolitik nach Österreich tragen, das trägt nur zur Polarisierung der Gesellschaft bei.“ Davor hat auch Außenminister Sebastian Kurz Erdogan gewarnt. 

Dönmez: „Politik schafft leider keine Klarheit“
Angriff. Grünen-Politiker Dönmez greift im Zusammenhang mit dem Erdogan-Besuch auch Bundespräsident Heinz Fischer und SP-Kanzler Werner Faymann scharf an: „Ich verstehe, dass die beiden Erdogan nicht treffen wollen. Ich vermisse aber eine klare Haltung.“ Beide hätten Auslandsreisen und Termine vorgeschoben, anstatt Erdogan klar Österreichs Haltung zu kommunizieren zu sagen, kritisiert der Grüne.

Karl Wendl

Türkeis berühmtester Journalist Ertugrul Özkök im Gespräch mit ÖSTERREICH:

ÖSTERREICH: Wie bewerten Sie den Wien-Besuch?
Ertugrul Özkök: Unser Premier lebt vom Applaus, er liebt es, Reden zu halten. Sein Besuch ist rein innenpolitisch motiviert. Wenn er nach Wien kommt, wird er die Türken als Türken ansprechen und nicht als türkischstämmige Österreicher. Ich empfehle den Österreichern, Erdogan nicht zu ernst zu nehmen. Das fällt zwar schwer, aber wer sein Spiel mitspielt, erfüllt nur seinen Wunsch nach Aufmerksamkeit.

ÖSTERREICH: Außenminister Kurz hat eine Warnung an Erdogan gerichtet …
ÖZKÖK: Ja, davon habe ich gehört. Aber diese Warnung bedeutet Premier Erdogan rein gar nichts. Sie war sogar in seinem Sinne. Er hat ein Talent für polemische Politik, solche Reaktionen stärken ihn eher, als sie ihn ärgern. Außerdem: Erdogans Politik ist nicht jene, die Österreichs Außenminister einfordert.

K. Wendl

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