Wieder Panne rund um Zentralmatura

Server überlastet

Wieder Panne rund um Zentralmatura

Neue Probleme bei der neuen Matura: Die Maturanten können offenbar wegen einer Serverüberlastung derzeit ihre vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWA) nicht wie verlangt hochladen. In Wien und Niederösterreich ist am Freitag aber Abgabeschluss. Nun soll die Abgabe der ausgedruckten Arbeiten reichen.

Die VWA ist eine 40.000 bis 60.000 Zeichen lange verpflichtende Hausarbeit und muss in der ersten Woche des zweiten Semesters der Maturaklasse abgegeben und später präsentiert und diskutiert werden. Die fertige Arbeit und ein sogenanntes Begleitprotokoll des Schülers sind als PDF-Dateien auf eine eigene VWA-Datenbank hochzuladen und außerdem in zweifach ausgedruckter Form mit beigelegtem Begleitprotokoll dem Lehrer abzugeben.

"Upps, das hätte nicht passieren sollen...."

Da in Wien und Niederösterreich Ende dieser Woche die Frist abläuft, dürften aber zu viele Schüler gleichzeitig zugreifen wollen. "Upps, das hätte nicht passieren sollen...." heißt es auf der Online-Plattform. Die Schüler werden dann "aus Sicherheitsgründen" ausgeloggt. "Das deutet auf eine Überlastung der Server hin", hieß es gegenüber der APA aus der Bundesschülervertretung.

Auch die Direktoren wurden über das Problem bereits informiert. In einem der APA vorliegenden Mail werden sie darauf hingewiesen, dass aufgrund der Probleme die Frist auch dann eingehalten ist, wenn die Arbeiten vorerst nur in ausgedruckter Form abgegeben werden.

Ärger bei Schülern

Verärgert zeigte sich Bundesschulsprecher Lukas Faymann in einer Aussendung: "Das Bildungsministerium hat bei Gesprächen im Vorfeld von einer durchdachten und problemlosen Abgabemöglichkeit geschwärmt. Bedenken der Schulpartner wurden schon vom Tisch geräumt, bevor sie überhaupt geäußert werden konnten. Das Ministerium würde gut daran tun, seine Feedbackresistenz gegen professionelle und schülerorientierte Arbeit einzutauschen."

Update:

Die Probleme beim Hochladen der vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWA) auf die VWA-Datenbank bestehen laut Bildungsministerium nur bei Arbeiten mit sehr umfangreicher Datenmenge. Für die Schüler bestehe "keinerlei Grund zur Sorge", hieß es in einem der APA übermittelten Statement. "Die VWA muss nur bis Freitag schriftlich (ausgedruckt) und elektronisch in der Schule abgegeben werden."

 "Es werden alle Arbeiten, die in der Schule so eingelangt sind (schriftlich und elektronisch auf Datenträger) ganz normal bewertet", betonte man. Der entsprechende Server sei nach wie vor online, Arbeiten würden permanent hochgeladen. "Die Verzögerung beim Upload passiert nur bei Arbeiten, deren Datenmenge (etwa durch nicht komprimierte Bilder bzw. Grafiken) sehr umfangreich sind und in diesen Fällen ist auch eine Abgabe per Datenträger in der Schule möglich."

Kritik von allen Seiten
Bundesschulsprecher Lukas Faymann zeigte sich trotzdem verärgert: "Das Ministerium hat bei Gesprächen im Vorfeld von einer durchdachten und problemlosen Abgabemöglichkeit geschwärmt. Bedenken der Schulpartner wurden schon vom Tisch geräumt, bevor sie überhaupt geäußert werden konnten."

Auch die ÖVP sowie die Oppositionsparteien sprachen von einer weiteren "Panne" bzw. einem "Pfusch". Die Grünen verlangen darüber hinaus bei der schriftlichen Reifeprüfung (Zentralmatura) einen "Notfallplan": In den ersten drei Jahren solle die Möglichkeit bestehen, die Abschlussnote der 8. Klasse in die Matura-Beurteilung einzubeziehen. Die endgültige Noten-Entscheidung sollte die Maturakommission treffen.
 

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