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20 Leichen im Mittelmeer geborgen

Flüchtlingsdrama vor Tunesien

20 Leichen im Mittelmeer geborgen

Im Flüchtlingsdrama vor der tunesischen Küste sind nach der Wiederaufnahme der Suche am Sonntag 20 Leichen geborgen worden. Das gab ein Polizeisprecher der Küstenstadt Sfax bekannt. Die tunesischen Behörden hatten von 200 bis 270 Vermissten gesprochen, nachdem am Dienstag ein Flüchtlingsboot mit 850 Menschen an Bord nach einer Motorpanne vor den Kerkenna-Inseln gekentert war. Die Bergungsaktion war am frühen Donnerstag wegen schlechtem Wetter zwei Tage ausgesetzt worden. Bis zur Einstellung der Aktion waren 583 Passagiere gerettet und zwei Leichen geborgen worden.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf hatte unter Berufung auf die tunesische Hilfsorganisation Roter Halbmond zunächst von 150 geborgenen Leichen berichtetet. Ein Militärsprecher in Tunis dementierte die Angaben aber später. Der Rote Halbmond stand für eine Klärung des Sachverhalts bis Sonntag nicht zur Verfügung. Das Boot hatte die großteils aus Schwarzafrika stammenden Flüchtlinge von Libyen zur italienischen Insel Lampedusa bringen sollen.

Die toten und noch vermissten, vermutlich ertrunkenen Flüchtlinge reihen sich in eine traurige Statistik ein. Seit Beginn der Unruhewelle in Nordafrika verschwanden rund 1650 Menschen auf ihrer Flucht vor Armut und Krieg in den Fluten des Mittelmeers. Die Zahl übersteigt den bisherigen Rekord von 2008. Damals ertranken bei der letzten großen Flüchtlingswelle im Laufe des Jahres offiziell 1274 Menschen in der Straße von Sizilien. Seit Jänner wählten 42 000 Immigranten die als extrem gefährlich geltende Route, um Italien und damit Europa zu erreichen. Oft sind die Boote wenig seetauglich, fast immer überladen. Viele Afrikaner können zudem nicht schwimmen.

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