10. Juli 2010 16:27
Das Öl im Golf von Mexiko sprudelt munter weiter ins Meer. BP-Chef Tony
Hayward lässt sich aber davon die Stimmung nicht vermiesen. "TMZ"
veröffentlichte Bilder, auf denen er in einer Bar in Houston zu sehen ist.
Er sieht sich entspannt das WM-Spiel der USA gegen England an.
An seiner Seite: eine bildhübsche Frau. Aber es ist nicht seine eigene. Er
steht mit der Frau an der Bar, legt romantisch seine Arme um sie und schaut
sehr verliebt.
Er bestellte sich Meeresfrüchte!
Größter Eklat aber: Hayward
bestellte sich Meeresfrüchte! Ein nächstes PR-Desaster für den BP-Chef.
Schon zuvor war er dabei erwischt worden, wie er sich einen Yacht-Urlaub
gönnte, einen Tag nach dem er den Kampf gegen die Ölpest anderen überließ.
Aus dem Golf von Mexiko gibt es derweil Positives zu vermelden. Nach knapp
zwölf Wochen der Rückschläge soll nun eine Doppeloperation den Durchbruch
bringen. Bis Montag könnte nach Angaben von BP das austretende Öl mit einer
neuen Absaugglocke und einem weiteren Pumpschiff nahezu vollständig
aufgefangen werden. Auch die Entlastungsbohrungen kommen offenbar besser
voran als geplant.
19 Mio. Liter in 48 Stunden
Bis der alte gegen den neuen, enger
anliegenden Trichter ausgetauscht ist, fließt das Öl allerdings für gut 48
Stunden ungehindert ins Meer - nach Regierungsschätzungen immerhin 19
Millionen Liter. Die riskante Operation sollte am Samstag beginnen, da man
das gute Wetter nach dem Durchzug des Hurrikans "Alex" ausnutzen wollte.
Wenn alles nach Plan läuft, wird die neue Absaugglocke mehr Öl auffangen als
die alte. Deren Kapazität lag bei 3,8 Millionen Liter täglich.
Ebensoviel dürfte der Tanker Helix pro Tag abpumpen, wenn er ab Sonntag voll
betriebsfähig ist, sagte der Sonderbeauftragte für den Aufräumeinsatz, Thad
Allen. Von einem Stopp der Ölpest wollte der ehemalige Admiral der
Küstenwache aber nicht reden, nur von einer Eindämmung. Denn selbst wenn die
Aktionen gelingen, sind sie nur temporär. Deshalb arbeitet der britische
Ölkonzern BP weiter an den Entlastungsbohrungen. Bis Mitte August sollen
Schlamm und Zement in die Lecks geschossen und die Quelle dann endgültig
versiegelt werden.