Exit-Poll sieht Rechtsradikale im Parlament

Slowakei-Wahl

Exit-Poll sieht Rechtsradikale im Parlament

Die rechtsradikale Volkspartei - "Unsere Slowakei" - des kontroversen Extremistenführers Marian Kotleba kommt mit 6,8 Prozent der Stimmen in das künftige slowakische Parlament. Das ergab eine Nachwahlbefragung, veröffentlicht vom Privatfernsehsender Markiza unmittelbar nach dem Schließen der Wahllokale am Samstagabend.

Smer hinter Erwartungen
Wahlsieger ist demnach die bisher alleinregierende Smer-SD (Richtung-Sozialdemokratie) des amtierenden Premiers Robert Fico, die allerdings auf 27,3 Prozent abgerutscht ist und damit gut acht Prozent hinter den Erwartungen der Analysten liegt. Insgesamt sieht die Exit Poll neun Parteien im künftigen Parlament der Slowakei.

Unerwarteter Erfolg
Unerwartet erfolgreich scheinen auch die neoliberale Freiheit und Solidarität (SaS) mit 13,3 und die Protestpartei Gewöhnliche Menschen – Nova mit 11,2 Prozent abgeschnitten zu haben. Beide Gruppierungen sahen letzte Umfragewerte knapp an der Wahlhürde von fünf Prozent. Die national-konservative Slowakische Nationalpartei (SNS) mit 8 Prozent und die Ungarnpartei Most-Hid mit 7,3 Prozent könnten den Zahlen nach als nahezu einzige ihr erwartetes Ergebnis erreicht haben.

Völlig durchgefallen ist laut der Nachwahlbefragung die neugegründete konservative Siet (Netzt) des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Radoslav Prochazka, die lediglich auf 6,8 Prozent kam. Prochazka hatte sich dabei als Haupt-Rivale von Fico und neue einigende Kraft der slowakischen Rechten gesehen. Katastrophal haben anscheinend die Christdemokraten mit nur noch 5 Prozent abgeschnitten. Die Protestpartei Sme rodina (Wir sind Familie) des Millionärs Boris Kollar scheint hingegen mit 5,8 Prozent den Einzug ins Parlament geschafft zu haben.

Vier Prozent Abweichquote
Die Zahlen können allerdings noch bis zu vier Prozent vom tatsächlichen Ergebnis abweichen, wie der Chef des mit der Umfrage betrauten Meinungsforschungsinstitutes Focus, Martin Slosiarik, erklärte. Auch die Freude in den Parteizentralen der erfolgreichen Gruppierungen hielt sich daher vorerst in Maßen. Würden sich die Angaben allerdings bestätigen, hätte der heutige Urnengang die politische Landkarte der Slowakei absolut umgeschrieben. Mehrere Politiker warnten bereits vor einer drohenden Patt-Situation bei der Suche nach der künftigen Regierungskoalition der Slowakei.

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