Kurdische Rebellen töten 24 türkische Soldaten

Terror flammt neu auf

Kurdische Rebellen töten 24 türkische Soldaten

Kurdische Rebellen haben im türkischen Grenzgebiet zum Irak mindestens 24 türkische Soldaten und Polizisten getötet. Das berichteten örtliche Medien am Mittwoch. Die Rebellen hätten die Sicherheitskräfte am frühen Mittwochmorgen bei Cukurca in der Provinz Hakkari angegriffen. Nach Berichten türkischer Fernsehsender hat die Armee eine Großoperation gegen die Rebellen gestartet. Türkische Militäreinheiten haben nach Angaben aus Armeekreisen die Grenze zum Nordirak überschritten.

 Angehörige der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK griffen eine Militärunterkunft in der Stadt an, berichtete die Nachrichtenagentur "Dogan Haber". In dem etwa 30 Minuten dauernden Feuergefecht wurden auch 18 Soldaten verwundet, hieß es in einem Bericht des Nachrichtensenders "NTV".

Premier Erdogan sagt Reise ab
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte wegen des Angriffs einen geplanten Besuch in Kasachstan ab. Außenminister Ahmet Davutoglu sagte seinerseits eine am Mittwoch geplant gewesene Serbien-Reise ab.

Es dürfte sich um die schwersten Verluste der türkischen Arme handeln, seitdem die Kurdische Arbeiterpartei PKK 1984 den bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat aufnahm. In dem Konflikt starben bisher rund 45.000 Menschen. Die türkische Regierung hat zuletzt wiederholt mit einem Einmarsch der Armee in den Nordirak gedroht, um dort gegen kurdische Rebellen vorzugehen. Zuletzt war die türkische Armee im Februar 2008 mit mehreren tausend Soldaten im Nordirak einmarschiert.

 Ankara schätzt die Zahl der PKK-Rebellen, die sich im Nordirak verschanzt haben, auf 2.000. PKK-Chef Abdullah Öcalan, der seit 1999 in Haft ist, war vom türkischen Geheimdienst aus Kenia entführt und von einem Staatssicherheitsgericht zum Tod verurteilt worden. Sein Todesurteil wurde nach Abschaffung der Todesstrafe in lebenslange Haft umgewandelt.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 1980er Jahre für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat.
 

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