Übergangsrat greift Sirte mit Panzern an

Libyen

Übergangsrat greift Sirte mit Panzern an

Truppen des libyschen Übergangsrats haben am Montag erneut die Küstenstadt Sirte angegriffen. Nach mehreren erfolglosen Vormärschen beschossen die Soldaten die Geburtsstadt des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi mit zwei Panzern und rückten von Osten mit bewaffneten Geländewagen vor. Die Kämpfer zeigten sich hoffnungsvoll, am Montagabend in die Stadt eindringen zu können. Über dem Geschehen kreisen Kampfflugzeuge der NATO, um notfalls eingreifen zu können.

Erneut flüchteten scharenweise Bewohner. Die Übergangsregierung und Flüchtlinge hatten den Gaddafi-treuen Truppen in der Stadt vorgeworfen, die Menschen an der Flucht zu hindern und sie als menschliche Schutzschilde zu gebrauchen.

Heftiger Widerstand
Es gebe heftigen Widerstand außerhalb der Stadt und Gefahr durch Scharfschützen, sagte ein Kämpfer zu Reuters. Kleinlaster mit aufgepflanzten Luftabwehr-Waffen rückten bis auf zehn Kilometer Entfernung auf Sirte vor. Im Westen der Stadt hatten sich die Soldaten des Übergangsrats am Sonntag zurückgezogen, um nach eigenen Angaben den NATO-Bombern das Feld zu überlassen. Bereits am Samstag hatten die Truppen vorerst den Rückweg antreten müssen, nachdem sie auf heftigen Widerstand gestoßen waren.

Internationale Organisationen verlangen Zugang zu den umkämpften Gebieten. Das Rote Kreuz zeigte sich besorgt. Sowohl in Sirte als auch in Bani Walid würden Lebensmittel knapp, es fehle an medizinischer Versorgung. "Wir bekommen viele Bitten, den Verletzten zu helfen und allgemein den Zivilisten zu helfen", erklärte Georges Comninos, Vorsitzender des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes in Libyen. "Da sind viele Leute, die hinaus wollen, aber nicht können", sagte ein Flüchtling.

Die Truppen Gaddafis stellten am Sonntag ihre verbliebene Schlagkraft unter Beweis und griffen die Wüstenoase Ghadames an der Grenze zu Algerien an. Nach den Worten der Übergangsregierung wurden sie aber zurückgeschlagen.

Der NTC versucht seit einiger Zeit mehrere der letzten Bastionen Gaddafis einzunehmen. Sirte ist die größte verbleibende Stadt, die noch nicht in den Händen der Übergangsregierung ist. Die Einnahme der Stadt würde den Ruf der Übergangsregierung festigen und einen wäre ein schwerer Rückschlag für die Gaddafi-treuen Kräfte. Noch immer ist unklar, wo sich Gaddafi aufhält. Viele gehen davon aus, dass er sich noch in Libyen befindet.

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