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Top-Banker: So lief die Sex-Attacke

Strauss-Kahn in U-Haft

Top-Banker: So lief die Sex-Attacke

Seiten: 12

Nach der Festnahme von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wegen des Verdachts auf versuchte Vergewaltigung drohen dem IWF-Banker 74 Jahre Knast.



Die Sex-Vorwürfe gegen IWF-Boss Strauss-Kahn sind erdrückend. Die Richterin entschied: Er bleibt in der Zelle, es gibt keine Kaution. Keine Gnade für den Direktor des Internationalen Währungsfonds Dominique Strauss-Kahn (62). Nach einer zweistündigen Verhandlung entschied die Haftrichterin Melissa Jackson: Der mächtige Banker bleibt in U-Haft. Der Antrag auf eine Kaution wurde von der Richterin abgewiesen – angeblich war Strauss-Kahns Frau Anne Sinclair bereits mit einer Million Dollar Cash am Weg nach New York.

Diashow IWF-Chef Strauss-Kahn vor Gericht

IWF-Chef Straus-Kahn vor Gericht

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IWF-Chef Straus-Kahn vor Gericht

IWF-Chef Straus-Kahn vor Gericht

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Strauss-Kahn bekommt eine Einzelzelle auf der New Yorker Gefängnisinsel Rikers Island, die für rund 17.000 Gefangene Platz bietet. Der IWF-Chef werde keinen Kontakt zu anderen Insassen haben, sagte der Sprecher der New Yorker Justizverwaltung. Dies bedeute aber nicht, dass er immer in seiner Zelle bleiben müsse.

Der Sex-Skandal ist perfekt

Die Staatsanwaltschaft präsentierte sechs Anklagepunkte. Der gravierendste: vorsätzliche sexuelle Misshandlung. Höchststrafe: 25 Jahre!

Es ist ein wahrer Sexkrimi vor Gericht in Lower Manhattan. Der Franzose, der für die Sozialisten nächstes Jahr Präsidenten Nicolas Sarkozy aus dem Élysée jagen hätte sollen, stand wegen des Vorwurfs einer brutalen Sexattacke an einem Zimmermädchen im Sofitel-Hotel vor dem U-Richter: „Zweimal hatte ... Kontakt zum Mund des Opfers“.

  • Die Aussagen des Opfers (32, Immigrantin aus Ghana, lebt mit ihrem Mann und einer Tochter (16) in der Bronx): Strauss-Kahn sei nackt aus der Dusche gekommen, hätte versucht, sie zu vergewaltigen. Noch heftiger als noch vor einem Tag klingen die weiteren Vorwürfe des Zimmermädchens: DSK, so sein Spitzname, zwang die Frau zum Oral- wie auch Analsex, berührte ihre Brüste, „drückte mit aller Kraft seinen Penis gegen ihren Mund“, so eine Passage. Zweimal sei es zu Kontakten mit dem Mund des Opfers gekommen. Kommentar des Anwalts Ben Brafmaan: „Es fehlen Beweise für Gewaltanwendung ...“
  • Die Kripo gab bekannt, dass es DNA-Spuren gäbe, konkret „körperliche Flüssigkeiten“. Nach langem Tauziehen willigte der Franzose ein, eigene DNA-Proben zur Verfügung zu stellen und sich einer Untersuchung im King’s County-Spital zu unterziehen.
  • Die junge Frau wurde von der Hotelführung als „verlässlich“ beschrieben. Seit drei Jahren putzte sie Zimmer in dem 30-Stock-Hotel. „Sie steht unter totalem Schock“, so eine Kollegin.
  • Bei einer Gegenüberstellung in einem Kommissariat in Ostharlem erkannte sie Strauss-Kahn eindeutig, sagte sofort: „Das ist er!

Strauss-Kahns Anwalts-Team, drunter Ben Brafman (der einst Michael Jackson im Kindersexprozess freiboxte), schritt zur Gegenoffensive: Angeblich habe Strauss-Kahn ein Alibi. Er soll zur fraglichen Zeit mit seiner Tochter beim Essen gesessen sein. Danach sei er direkt zum Airport gefahren. Doch die Richterin ignorierte die Version.

Strauss-Kahn, Spitzname „Der große Verführer“, musste sich bereits früher gegen Sex-Vorwürfe verteidigen: 2002 hätte er die Tochter einer Parteikollegin, Tristane Banon (31), vergewaltigen wollen, heißt es. Lamentiert hätte der für sein Luxusleben bekannte, suspendierte IWF-Chef (der vor Tagen noch eine Billion Dollar verwaltete) über den kargen Haftalltag, wo eine Mahlzeit nur 1,88 Dollar kostet. Nach „Diva-Allüren“ ärgerten sich Cops über den „französischen Idioten“.

Nach der 2,5 Stunden langen Verhandlung war Strauss-Kahn ein gebrochener Mann. Tiefe Augenringe, sein Blick verloren. Sein Fall ist ein tiefer: Jetzt sitzt er mit Straßendealern aus New York Zelle an Zelle .

Diskussion über Nachfolger
Unterdessen wird bereits über eine mögliche Nachfolge Strauss-Kahns beim Internationalen Währungsfonds (IWF) spekuliert. Nach Informationen der deutschen "Bild"-Zeitung werden in Berlin bereits die Namen des derzeitigen Chefs der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London, Thomas Mirow, sowie von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann für eine Nachfolge Strauss-Kahns genannt. Auch über eine Nachfolge des Franzosen durch Lagarde wurde bereits spekuliert.

Fekter fordert Rücktritt
Finanzministerin Maria Fekter (V) hat am Dienstag in Brüssel vor Beginn des Ecofin-Rates erklärt, sie kommentiere den Fall nicht: "Sie wissen, das ist ein Justizfall und Justizfälle kommentiere ich nicht." Gefragt, ob sie dessen Rücktritt erwarte, wurde Fekter etwas konkreter: "Im Hinblick auf die Situation, dass eine Kaution abgelehnt wurde, muss er sich selber überlegen, dass er ansonst der Institution Schaden zufügt."

Den Live-Ticker zum Nachlesen finden Sie auf Seite 2 >>

Autor: H. Bauernebel
Seiten: 12
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