UN-Klimakonferenz in Cancun eröffnet

Mexiko

© EPA

UN-Klimakonferenz in Cancun eröffnet

Im mexikanischen Cancun hat am Montag die zwölftägige UN-Klimakonferenz begonnen, die nach dem enttäuschen Gipfel von Kopenhagen Lösungen im Kampf gegen die rasante Erderwärmung finden soll. Im Beisein von Mexikos Präsident Felipe Calderon wurde die Konferenz mit 194 Teilnehmerstaaten eröffnet. Der Gipfel dauert bis zum 10. Dezember.

CO2-Ausstoß muss dringend reduziert werden
Als besonders dringend gilt es, den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid massiv zu reduzieren, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Dafür müssten auch die inzwischen von 140 Staaten mitgetragenen freiwilligen Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen festgeklopft werde, hieß es.

China dürfte zum besonders umworbenen Partner werden. Während die USA seit der Niederlage für die Demokraten von US-Präsident Barack Obama bei den Kongresswahlen als gelähmt gelten, wird von allen Seiten China dafür gelobt, dass es künftig auf ein grüneres Wachstum setzen will.

EU wäre zu ehrgeizigen Zielen bereit
EU-Umweltkommissarin Connie Hedegaard befürchtet, dass durch das sich abzeichnende Scheitern des Klimagipfels im mexikanischen Cancun die Arbeit der Vereinten Nationen auf dem Gebiet des Klimawandels an Schwung und Bedeutung verlieren könnte. "Die EU ist bereit, in Cancun einen ehrgeizigen globalen Klimaschutzrahmen zu vereinbaren, doch bedauerlicherweise ziehen andere Wirtschaftsmächte nicht mit", sagte Hedegaard am Montag in Brüssel.

Wichtig für Erfolg: Verbindliche Klimaschutzmaßnahmen für alle
Dennoch könnte Cancun die Welt ein gutes Stück voranbringen, so Hedegaard, wenn es gelänge, eine Einigung über ein ausgewogenes Bündel an Beschlüssen in zahlreichen zentralen Fragen zu erzielen. Dieses Maßnahmenbündel sollte die Basis für die möglichst baldige Schaffung eines rechtsverbindlichen globalen Rahmens sein und zugleich sofortige praktische Klimaschutzmaßnahmen insbesondere in den Entwicklungsländern beinhalten.

Themenkatalog
Zu den Fragen, über die Einvernehmen erzielt werden müsste, zählen für die EU unter anderem die Verankerung der Emissionszusagen der Kopenhagener Vereinbarung, Transparenzvorschriften, Reform und Ausweitung der CO2-Marktmechanismen, Mechanismen zur Eindämmung der Abholzung von Tropenwäldern, Kapazitätsaufbau in den Entwicklungsländern oder die Emissionen des internationalen Luft- und Seeverkehrs.

In Cancun gehen von heute bis 10. Dezember die Verhandlungen über einen globalen Rahmen zur Bekämpfung des Klimawandels in die nächste Runde. Die EU würde es bevorzugen, wenn der künftige globale Klimaschutzrahmen die Form eines einzigen neuen, rechtsverbindlichen Instruments hätte, das die wesentlichen Elemente des Kyoto-Protokolls enthält. Sie wäre jedoch auch bereit, einen zweiten Verpflichtungszeitraum in Betracht zu ziehen, sofern dies Teil einer umfassenden globalen Vereinbarung ist, die alle größeren Volkswirtschaften in den Klimaschutz einbettet, und die Umweltwirksamkeit des Kyoto-Protokolls gestärkt wird.
 

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