Forscher züchten Killer-Virus

Vogelgrippe manipuliert

Forscher züchten Killer-Virus

Ihre Schöpfung könnte Millionen Menschen töten: Die Virologen Ron Fouchier in Rotterdam (Niederlande) und Yoshihiro Kawaoka im US-Staat Wisconsin (USA) haben das tödlichste Grippevirus aller Zeiten erschaffen. Die Bekanntgabe der Entwicklung eines leicht unter Menschen übertragbaren „Vogelgrippe-Virus“ schockte bereits im September. Jetzt fordert ein US-Beratergremium die Geheimhaltung der Testresultate. Die Angst wächst: Terroristen könnten anhand der gefährlichen Laborversuche die ultimative Bio-Waffe entwickeln.

In den Tests wurden Vogelgrippe-Viren (H5N1) derart gentechnisch manipuliert, dass sie leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden könnten. Bereits Niesen oder Husten würde reichen. Der „normale“ Virus schaffte hingegen bisher den Sprung nur von Tieren auf Menschen. Praktisch alle der bisher 600 Fälle hatten sich beim Kontakt mit infizierten Hühnern angesteckt.

So leicht übertragbar wie Schweinegrippe
Das neue Laborvirus ist aber so leicht übertragbar wie die Schweinegrippe, es könnte Millionen Menschen in der schlimmsten Pandemie aller Zeiten hinwegraffen, warnen Epidemiologen. Denn die Todesrate des H5N1-Killers liegt bei fast 60 Prozent. Die Forscher hatten das Monster-Virus an Frettchen getestet. Die Tiere sind am besten geeignet zur Einschätzung, wie sich Grippeerreger im menschlichen Organismus verhalten.

Die Testresultate waren auch aus anderen Gründen erschreckend: „Es zeigte sich, dass es viel leichter ist als bisher angenommen, solche Viren in eine extrem gefährliche Variante  zu verwandeln“, warnte „Science“-Editor Bruce Albert in der „New York Times“.

Angst vor Bio-Terror
Das „National Science Advisory Board of Biosecurity“, ein Beratergremium der US-Regierung, ersuchte nun die zwei wichtigsten  Fachzeitschriften, „Sience“ und „Nature“, aus Angst vor Bio-Terror „experimentelle Details und Mutationsdaten“ nicht zu veröffentlichen. Nur die Schlussfolgerungen sollen bekannt gegeben werden.

Die Welt schüttelt den Kopf über die Labor-Experimente: Gezeigt sollte werden, welche genetischen Veränderungen ein Virus leichter übertragbar machen. Doch geschaffen wurde ein furchterregender Mikro-Organismus mit einem potentiellen Tötungspotential schlimmer als jede Seuche zuvor. Die Herausforderung jetzt: Das 15 Millionstel Millimeter kleine „Monster“ samt allen Forschungsunterlagen permanent unter Verschluss zu halten.

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