Vom Schüler zum eiskalten Massenmörder

Ali David Sonboly

Vom Schüler zum eiskalten Massenmörder

Der Amoklauf von München wurde von einem Teenager verübt. Ali Sonboly (18) ging noch zur Schule, wohnte bei seinen Eltern in einem noblen Teil von München (Maxvorstadt). Doch am Freitag brannten bei ihm alle Sicherungen durch: Mit einer Pistole erschoss er neun Menschen, bevor er sich selbst richtete.

Ermittler rätseln über das Motiv des jungen Täters

Die Ermittler rätseln nun, was Ali zu dieser Tat getrieben hat. Nach Durchsuchung seines Kinderzimmers ist klar: Es besteht kein Zusammenhang mit der Terrormiliz IS.

Der wahre Auslöser: Der Schüler wurde in der Klasse offenbar von Türken und Arabern gemobbt. Mit dieser Tat wollte er sich nun auf seine Art rächen. Und es ist wohl kein Zufall, dass er bei seinem Amoklauf fast ausschließlich auf Jugendliche zielte.

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Die Wahnsinnstat plante der Deutsch-Iraner penibel. Er legte sich ein falsches Facebook-Profil an, in dem er sich als junge Türkin ausgab. Unter dem Namen Selima A. lockte er Jugendliche zu McDonald’s, wo sein Amoklauf begann, um so die Opferzahl zu erhöhen.

Sprach Todesdrohungen gegen Online-Spieler aus

Schon früher kündigte er im Internet ein Blutbad an. Er verbrachte Stunden mit Ballerspielen, nannte sich „Psycho“ oder „Wir spielen dieses Spiel bis zum Tod“. Nach Todesdrohungen gegen Mitspieler wurde er von einer Gruppe ausgeschlossen. Auch bei ­diesen Games kontaktierte er Jugendliche und bat sie in die McDonald’s-Filiale. Bei der Polizei war er davor kaum aufgefallen – und wenn, dann nur als Opfer von Delikten.

Im Jahr 2010 wurde er von anderen Jugendlichen verprügelt. Zwei Jahre später stahl ihm jemand die Brief­tasche. Bagatellen, die Verfahren wurden eingestellt.

Wegen einer psychischen 
Erkrankung in Behandlung

Sein Attentäter-Vorbild war der Amokläufer Anders Behring Breivik, der 77 Menschen ermordete. Sonboly schlug genau am fünften Jahrestag von dessen Wahnsinnstat zu. Er soll den Norweger als Profilbild auf WhatsApp benützt haben.

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Der Teenager wurde in München geboren, sein Vater ist erfolgreicher Taxiunternehmer. In seinem Zimmer fand die Polizei ein Exemplar des Buches Amok im Kopf – warum Schüler töten. Thema darin: Schulmassaker in den USA.

Sonboly litt seit Jahren an Depressionen, die Polizei erwähnte eine psychische Erkrankung. Sonboly selbst sprach während seiner Tat ­davon, er sei in „stationärer ­Behandlung“ gewesen.

Völlig konträr – wie so oft – gab sich Ali in seinem Wohnhaus. Eine Nachbarin: „Ich habe ihn niemals sauer gesehen, er war sehr hilfsbereit.“

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