Amokläufer hatte Kontakt zu Extremisten

Fort Hood

Amokläufer hatte Kontakt zu Extremisten

Nach dem Massaker in Fort Hood (Texas) wachsen in den USA die Zweifel an den Sicherheitssystemen innerhalb der US- Streitkräfte: Zwar war der 39-jährige Militärpsychiater Nidal Malik Hasan nach Erkenntnissen der Behörden ein Einzeltäter, er hatte allerdings offenbar schon seit längerem Sympathien für islamistische Terrorgruppen gezeigt. Bei dem Blutbad am Freitag waren 13 Menschen getötet und 38 verletzt worden. Die Polizistin, die den Amokläufer stoppte, wurde als Heldin gefeiert.

Extreme religiöse Positionen
Hasan habe nach den bisherigen Ermittlungen nicht im Auftrag einer Terrororganisation oder als versuchter Selbstmordattentäter gehandelt, sagte der Sprecher der Kriminal-Abteilung der Armee, Chris Grey, am Samstag. Allerdings bestätigten der "New York Times" zufolge namentlich nicht genannte Ermittlungsbeamte, dass Hasan unter enormen psychischem Druck gestanden habe und sich dabei extremen religiösen Positionen angenähert habe. Seine persönlichen Probleme hätten sich dann mit der drohenden Versetzung nach Afghanistan dramatisch verschärft.

Der streng gläubige Moslem Hasan hatte als Psychiater vor allem die Aufgabe, Soldaten zu betreuen, die nach Kampfeinsätzen aus Afghanistan und dem Irak traumatisiert zurück gekehrt waren. Angesichts der islamistischen Thesen, die Hasan schon seit längerem vertreten habe, sei er nicht völlig überrascht von der Tat, sagte der Arzt Val Finnell, ein früherer Studienkollege Hasans, dem Nachrichtensender CNN. Er verstehe nicht, dass das beim Militär niemandem aufgefallen sei. US-Zeitungen wie die "Washington Post" stellten die Frage, warum niemand in den Streitkräften die Alarmsignale registriert habe.

Amerika habe in Fort Hood "das Schlimmste" gesehen, was Menschen anrichten könnten, sagte Präsident Obama in seiner am Samstag veröffentlichten Videoansprache. Er ordnete an, die Flaggen am Weißen Haus und allen Bundesgebäuden im Land bis zum Mittwoch, dem Tag der Kriegsveteranen, auf Halbmast zu setzen. Obama würdigte auch den Einsatz der 34-jährigen Polizistin Kimberly Denise Munley, die US-Medien feierten sie als Heldin von Fort Hood. Die Frau war vermutlich die Hauptverantwortliche für die Beendigung des Massakers.

Verteidigte Selbstmordattentäter
Auch am Sonntag gab es noch keine völlige Klarheit über das Tatmotiv, allerdings wurde immer deutlicher, dass Hasan Bezüge zu islamischen Extremisten hatte. Der Moslem hatte laut der "New York Times" auf Web-Portalen islamistische Selbstmordattentäter verteidigt und Amerika beschuldigt, einen "Krieg gegen den Islam" zu führen. Der 39-Jährige sollte gegen seinen Willen vom US-Militär nach Afghanistan versetzt werden. Hasan hatte in den Tagen vor der Tat begonnen, sein Hab und Gut zu verschenken, darunter seinen Koran. In den vergangenen Wochen habe Hasan zudem häufiger "arabische Kleidung" getragen, berichteten Nachbarn. Kurz bevor er mit dem Blutbad begann, hatte er Augenzeugen zufolge "Allahu Akhbar" (Gott ist groß) gerufen.

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