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Griechenland: Wut gegen Sparpaket

Wirtschaft schrumpft weiter

Griechenland: Wut gegen Sparpaket

Tausende Griechen protestierten erneut gegen das Sparpaket der Regierung. "Wir haben nichts, wir zahlen nichts, wir verkaufen nichts, wir haben keine Angst", lautete eine der Parolen bei einer Großkundgebung in Thessaloniki. Dort kam es auch zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Beamten setzten Tränengas und Schlagstöcke ein. Vermummte und Autonome mischten sich unter friedlichen Demonstranten und warfen Steine, Feuerwerkskörper und andere Gegenstände. Einem Polizeisprecher zufolge wurden 60 Personen festgenommen.

Die Lage in Griechenland spitzt sich unterdessen weiter zu. Die Regierung in Athen erwartet einen noch stärkeren Wirtschaftseinbruch als bisher angenommen. "Die Prognose war im Mai minus 3,8 Prozent. Jetzt übertreffen wir die (minus) fünf Prozent", sagte der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos am Samstag. Damit würden auch die Prognosen der EU übertroffen.

Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou kündigte einen "Titanenkampf" gegen einen drohenden Bankrott seines Landes an. Er sei entschlossen, alles zu tun, damit Griechenland ein Euroland bleibe, sagte Papandreou in Thessaloniki. Griechenland werde auch die notwendigen Reformen durchsetzen, koste es ihn politisch, was es wolle. "Wir haben uns entschieden, die Schlacht zu schlagen, um ein Desaster für das Land und sein Volk zu verhindern und im Euro zu bleiben", sagte der Sozialist.

Hintergrund der neuen Vorhersagen seien die Sparpolitik der Regierung, aber auch psychologische Gründe, erläuterte Venizelos. Viele Menschen zögen ihr Geld von den Banken ab und investierten es nicht. Investitionen seien aber dringend notwendig. "Wir brauchen jetzt einen Sprung nach vorne. Es ist ein nationales Ziel", sagte Venizelos.

Unterdessen wappnet sich der deutsche Finanzminister Schäuble laut "Spiegel" für den Fall einer Pleite Griechenlands. Wie das Magazin meldete, spielen Schäubles Beamte sämtliche Szenarien durch, die sich im Falle eines Zahlungsausfalls des Landes ergeben könnten. Laut "Spiegel" gibt es im Finanzministerium grundsätzlich zwei Varianten einer möglichen Griechenland-Pleite. Bei der ersten bleibe das Land in der Währungsunion, bei der anderen gebe es den Euro als Zahlungsmittel auf und führe die Drachme wieder ein. Eine Schlüsselrolle in den Überlegungen komme dem europäischen Rettungsschirm EFSF zu.






 

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