Piraten warnen vor Militäreinsatz Piraten warnen vor Militäreinsatz

Drama vor Somalia

 

 

Piraten warnen vor Militäreinsatz

Somalische Piraten, die vor der Küste Ostafrikas ein ukrainisches Frachtschiff mit 33 Kampfpanzern gekapert haben, haben vor einem militärischen Befreiungsversuch gewarnt. Sollten französische oder US-Marineeinheiten versuchen, das Schiff zu stürmen, seien sie "für alles verantwortlich, was dann passiert". Der britische Rundfunksender BBC berichtete am Sonntag, inzwischen habe sich ein Zerstörer der US-Marine dem entführten Schiff auf Sichtweite genähert. Zunächst gab es aber keinen Hinweis darauf, dass ein Versuch geplant war, die "MS Faina" gewaltsam zu befreien. Ohne Gewalt von außen soll der Kapitän russischen Medienberichten zufolge an Herzversagen gestorben sein.

Keine Gewalt an Bord
An Bord habe es keine Gewalt gegeben, teilte der Informationsdienst der russischen Reederei Sovfracht am Sonntagabend mit. Der tote Kapitän sei russischer Staatsbürger gewesen. Unterdessen haben die Piraten ihre Lösegeldforderung von 35 Millionen Dollar (23,9 Mio. Euro) auf fünf Millionen Dollar heruntergeschraubt. Die Herkunft der entführten Seeleute aus Osteuropa und die Tatsache, dass die Panzer bereits gebraucht seien, hätten offenbar zu dem "Preisnachlass" geführt, sagte Andrew Mwangura vom Ostafrikanischen Seefahrerprogramm in Mombasa.

Zudem müssten die Piraten an Land gehen, um die Panzer zu entladen und hätten so ein höheres Risiko zu befürchten. Außer den Panzern und anderen Waffen, die unterwegs in den kenianischen Hafen Mombasa waren, sollen sich 20 Mann Besatzung in der Gewalt der Piraten befinden, unter ihnen auch ein 14 Jahre alter Bursche.

Russische Fregatte unterwegs
Aus US-Verteidigungskreisen verlautete, die "USS Howard" sei bis auf etwa 1.000 Meter an die "Faina" herangefahren. Mit der Bewachung sollte sichergestellt werden, dass die Piraten nichts von Bord bringen. Die US-Truppen schienen den Frachter solange zu bewachen, bis eine russische Fregatte die Region erreicht hat. Unter den Besatzungsmitgliedern sind Russen und Ukrainer.

Die somalische Küste gilt wegen der zahlreichen Piratenüberfälle als eines der gefährlichsten Gewässer für die internationale Schifffahrt. Derzeit befinden sich mehr als ein Dutzend Schiffe in der Gewalt von Seeräubern, die mit Schnellbooten und automatischen Waffen ausgerüstet sind. Die somalische Regierung unterhält keine Marine und ist gegen das Treiben der Piraten machtlos. UNO-Schätzungen zufolge erpressen die Piraten jährlich etwa 100 Millionen Dollar Lösegeld. Der UNO-Sicherheitsrat hatte Anfang Juni alle Staaten ermächtigt, auch in somalischen Hoheitsgewässern gegen Piraten vorzugehen. Zuletzt überfielen Piraten auch einen Frachter einer Bremer Reederei sowie das Segelboot eines deutschen Paares. Die beiden Urlauber waren mehrere Tage in ihrer Gewalt.

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