Rassistin gesteht Fehler ein

Großbritannien

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Rassistin gesteht Fehler ein

Die Anführerin einer Hetzkampagne im britischen "Big-Brother"-Haus hat zugegeben, dass ihre Äußerungen gegen eine indische Mitbewohnerin rassistisch waren. Sie sei jedoch keine Rassistin, sagte Jade Goody (25) der Sonntagszeitung "News of the World". Goody war zuvor von den Fernsehzuschauern aus der Reality-Sendung gewählt worden. 82 Prozent stimmten dafür, dass sie das Containerhaus verlässt.

Hausbewohner mobbten Inderin
Gemeinsam mit anderen Hausbewohnern, der ehemaligen Miss Großbritannien, Danielle Lloyd, und Ex-Popstar Jo O'Meara, hatte Goody den Bollywood-Star Shilpa Shetty (31) rassistisch beleidigt. Unter anderem hatten sie zu Shetty gesagt, sie wolle doch am liebsten weiß sein. Zudem hatten sie ihren Akzent nachgeäfft und sie als unsauber verunglimpft. Shetty, die ebenfalls für einen Rauswurf aus dem "Big Brother"-Haus nominiert war, darf vorerst in der Sendung bleiben.

"Goody" von sich selbst angewidert
Goody nannte ihr eigenes Verhalten in einem Interview "widerlich". Sie sei schockiert gewesen, als sie ihr eigenes Verhalten vorgeführt bekommen habe. Goody entschuldigte sich bei allen, die sie beleidigt habe. Vor ihrem Rauswurf aus dem "Big Brother"-Haus hatte sie sich auch mit ihrer Kontrahentin Shetty versöhnt.

Auf Grund der rassistischen Kommentare hatte in der vergangenen Woche der wichtigste Sponsor der Sendung, das Mobilfunkunternehmen Carphone Warehouse, die Realityshow verlassen. In Indien, wo Shetty zu den beliebtesten Kinostars gehört, hatten die Beleidigungen einen Proteststurm ausgelöst. Auch in Großbritannien beschwerten sich Zehntausende bei der Fernsehaufsichtsbehörde.

Internationales Ausmaß
Der Rassismus-Skandal hatte zuvor auch die britische Regierung beschäftigt. Finanzminister Gordon Brown sah sich am Mittwoch auf der ersten Indien-Reise seiner Amtszeit gezwungen, die wüsten Angriffe auf die 31-jährige "Bollywood-Queen" als schädlich für das Image der Briten im Ausland zu verurteilen. Der indische Vize-Außenminister Anand Sharma erklärte, Neu Delhi prüfe derzeit die "angemessene Antwort".

20.000 Protestnoten
Das Parlament forderte Premierminister Tony Blair zu einer Stellungnahme zu den Exzessen in der Fernsehshow auf. Bei der Gesellschaft für Medienkontrolle Ofcom gingen allein bis zum Mittwochabend fast 20.000 Protestnoten ein - so viele wie noch nie zuvor in der Geschichte.

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