Wutattacke von Spaniens König sorgt für Mega-Hype

Royale Klingeltöne

© Reuters

Wutattacke von Spaniens König sorgt für Mega-Hype

Spaniens König Juan Carlos hat mit seiner giftigen Reaktion auf den Auftritt von Venezuelas Präsident Hugo Chávez beim Iberoamerika-Gipfel ein geflügeltes Wort geschaffen. Das "Warum hältst Du nicht den Mund?" des Monarchen an die Adresse von Chávez ist mittlerweile als Klingelton in verschiedenen musikalischen Versionen zu haben, wie die spanische Zeitung "El País" berichtete.

Hier reinhören: Die Wutattacke als Musikstück

Von Pasodoble bis zu Hip-Hop
Die Auswahl reicht vom klassischen Pasodoble bis hin zu Techno oder Hip Hop. Auch im Internet zieht der königliche Ausspruch Kreise. So wurde eine Website mit den spanischen Originalworten "Por qué no te callas" als Adresse eingerichtet.

300 YouTube-Videos
Millionen Nutzer schauten sich im Internet den Gipfel-Streit zwischen Juan Carlos und Chávez an. Allein die Video-Plattform YouTube hatte rund 300 Videos in mindestens 50 Versionen im Angebot. Ein Echo fand der Ausspruch auch im Showbusiness. Bei einer Pressekonferenz in Bogotá sagte der spanische Liedermacher Joaquín Sabina zu seinem Musikerkollegen Joan Manuel Serrat scherzhaft "Und Du, warum hältst Du nicht den Mund?", als dieser ihm ins Wort fiel.

Hier lesen: Als dem König der Kragen platzte

Das Gipfeltreffen der lateinamerikanischen Staaten, Spaniens und Portugals in Santiago de Chile war am Samstag mit einem Eklat zu Ende gegangen. Chávez hatte Spaniens Ex-Regierungschef José María Aznar wiederholt als "Faschist" beleidigt, woraufhin Juan Carlos ihn mit seinen inzwischen berühmten Worten zum Schweigen bringen wollte. Als dies scheiterte, verließ der König aus Protest den Konferenzraum.

Chavez fordert Entschuldigung
Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat jetzt angekündigt, die politischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen seines Landes zu Spanien einer "tiefgehenden Prüfung" zu unterziehen. Das berichtete die venezolanische Zeitung "El Universal" in ihrer Internetausgabe. Chavez reagierte damit auf den Zwischenfall mit dem spanischen König Juan Carlos während des Iberoamerika-Gipfels am Wochenende in Santiago de Chile.

In Venezuela tägige spanische Firmen müssten künftig vermehrt Rechenschaft ablegen und er werde ihnen genau auf die Finger schauen, sagte der linkspopulistische Präsident in einem Fernsehinterview. Wenn sich eine Regierung auf die Seite eines "Faschisten" stelle, müsse man alles überprüfen. "Er sollte sagen... 'Ich, der König, gebe zu, dass ich mich daneben benommen und einen Fehler begangen habe'", sagte der Chavez.

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