Besorgnis über Irans Raketentests

Provokation

Besorgnis über Irans Raketentests

Die jüngsten Raketentests des Irans haben international Besorgnis und Verärgerung ausgelöst. Dies passe zu den Provokationen, die Teheran seit Jahren an den Tag lege, meinte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs. Der russische Außenminister Sergej Lawrow teilte seinem iranischen Amtskollegen Manuchehr Mottaki bei einem Treffen in New York die tiefe Besorgnis Moskaus mit. Auch der EU- Außenbeauftragte Javier Solana und Berlin zeigten sich beunruhigt. Der Iran war im Streit mit der internationalen Gemeinschaft um sein Atomprogramm weiter auf Konfrontationskurs gegangen und hatte Israel im Falle eines Angriffs auf seine Atomanlagen mit Vergeltung gedroht.

Ungehinderter Zugang gefordert
Teheran müsse sofortigen und ungehinderten Zugang zu seinen Atomanlagen gewähren, sagte der Sprecher der US-Regierung. Mit Blick auf ein Treffen von Vertretern des Weltsicherheitsrates und Deutschlands mit dem Iran am 1. Oktober meinte Gibbs: "Dies ist ein wichtiger Tag und eine wichtige Woche für die Iraner. Sie haben eine Entscheidung zu treffen." Teheran könne entweder weitermachen wie bisher oder "ein sinnvolles Verhältnis zur Welt" aufbauen. Dies gehe aber nicht mit Atomwaffen.

Der russische Außenminister Lawrow forderte den Iran "zur größtmöglichen Zusammenarbeit" mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO bzw. IAEA) auf. Obwohl Raketentests nicht verboten seien, rufe man den Iran "zur maximalen Zurückhaltung" auf, sagte er. Dass die Tests vor dem Hintergrund des ungelösten Konflikts um das Atomprogramm stattfinden würden, errege "natürlich Besorgnis".

Erfolgreiche Raketentests
Der Iran hatte am Montag nach eigenen Angaben erfolgreich Raketen des Typs Shahab-3 getestet. Sie haben mit 2.000 Kilometern die größte Reichweite im Raketen-Arsenal Teherans und könnten auch Israel erreichen. Irans Verteidigungsminister Ahmad Vahidi erneuerte Drohungen gegen Israel. Obwohl der Iran es als unwahrscheinlich erachte: Ein Angriff auf iranische Atomanlagen würde den Kollaps des israelischen Staats bedeuten, sagte er dem staatlichen Fernsehen.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der im Konflikt um das iranische Atomprogramm vermitteln will, warnte vor einem Militärschlag gegen Atomanlagen des Nachbarlandes. Solch ein Angriff wäre "verrückt" und werde nicht nur für den Iran schlimme Folgen habe, zitierten türkische Zeitungen den Regierungschef.

Ein Sprecher des Teheraner Außenministeriums betonte unterdessen, dass es keinerlei Zusammenhang zwischen den Raketentests und dem Bau einer zweiten Anlage zur Urananreicherung gebe, der erst am vergangenen Freitag bekanntgeworden war und international Besorgnis ausgelöst hatte. Es wird befürchtet, das das islamische Land unter dem Deckmantel einer friedlicher Nutzung der Kernenergie den Bau von Atombomben anstrebt.

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