Brutale US-Verhöre in Afghanistan

Pentagon-Bericht

© AP

Brutale US-Verhöre in Afghanistan

Das US-Verteidigungsministerium hat in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht harsche Verhörmethoden in dem afghanischen Gefängnis Gardez (Gardes) aufgelistet. So seien Gefangene gezwungen worden, sich draußen in nasser Kleidung hinzuknien. Wenn sie sich bewegt hätten, seien sie getreten und gestoßen worden. Der Bericht wurde anlässlich des Tods des Gefangenen Jamal Nasser 2003 in Gardez bis 2006 erstellt und nun der Amerikanischen Bürgerrechtsunion (ACLU) übergeben. Deren Sprecherin Amrit Singh bezeichnete die darin geschilderten Methoden als Folter.

In den in dem Bericht zusammengetragenen Dokumenten wird detailliert geschildert, wie Nasser und sieben weitere Gefangene verhört wurden. Dem Bericht zufolge starb Nasser nicht an den körperlichen Misshandlungen, sondern an einem Magenleiden. Die Ermittler hätten Verhörmethoden angewandt, die sie in einem Überlebenstraining des Heeres gelernt hätten, das Survive, Evade, Resist and Escape (Überleben, Ausweichen, Widerstehen und Entkommen) - kurz SERE - heißt.

Singh erklärte, das SERE-Programm solle die US-Soldaten darauf vorbereiten, grausamen Verhörmethoden zu widerstehen, sollten sie selbst in Gefangenschaft geraten. Wenn alle Methoden zusammen - darunter auch das Besprühen Gefangener mit kaltem Wasser oder Schnee - angewandt würden, handle es sich um Folter. Der ACLU-Anwältin zufolge wurden SERE-Methoden auch auf Guantanamo und im Irak angewandt.

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