Datenskandal erschüttert Norwegen

Steueramt-Faux-Pas

 

Datenskandal erschüttert Norwegen

In Norwegen zeichnet sich ein Datenskandal riesigen Ausmaßes ab: Die Steuerbehörde des Landes hat versehentlich die Personennummern zur Identifizierung aller vier Millionen Steuerzahler einschließlich ihrer Einkommen an Zeitungsredaktionen geschickt. Ein Sprecher der Datenschutzbehörde sagte am Mittwoch im Rundfunk, dies sei "ein Skandal von immenser Größenordnung". Finanzministerin Kristin Halvorsen nannte die Versendung von CDs an etwa zehn führende Medien einen "äußerst ernsten und bedauerlichen Fehler".

Behördensprecher baten die Medien um sofortige Rückgabe der CDs und entschuldigten sich für die Übermittlung der Personennummern. "Wir können uns das absolut nicht erklären", sagte die Sprecherin des Steueramtes. Die aus dem Geburtsdatum und einer fünfziffrigen Zahl bestehende Personennummer wird in Norwegen von allen Behörden, Banken, Versicherungen, Krankenhäusern und auch Unternehmen zur Personenidentifizierung benutzt und gilt deshalb als viel wichtiger als Namen.

Die Steuerbehörde fügte diese Nummer irrtümlich an die elektronische Liste aller norwegischen Steuerzahler, die sie alljährlich an Medien schickt. Darin sind üblicherweise Namen, Einkommen und Einkommensteuer als öffentlich zugängliche Daten enthalten, nicht aber die streng vertrauliche Personennummer. Mit dieser zusätzlichen Information werde Kriminellen "der Diebstahl von Identitäten mit interessantem finanziellen Hintergrund mehr als leicht gemacht", sagte der Sprecher der Datenschutzbehörde.

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