G-8-einigen sich auf Energie-Partnerschaft

Treffen in Japan

© AP Photo/Koji Sasahara

G-8-einigen sich auf Energie-Partnerschaft

Dabei geht es um einen internationalen Austausch über die wirksamsten Methoden zur Energieeinsparung. Nach Abschluss eintägiger Beratungen im japanischen Aomori hoben die Minister in einer Abschlusserklärung hervor, dass immer mehr Länder den Nutzen der Kernenergie für sich erkennen. Mit Blick auf die Sonderrolle Deutschlands heißt es aber ergänzend, dass die Mitgliedstaaten verschiedene Wege verfolgen, um eine sichere Energieversorgung und die Klimaschutzziele zu erreichen.

Schritt in die richtige Richtung
In deutschen Delegationskreisen wurden die Ergebnisse des G-8-Energietreffens, an dem erstmals auch China, Indien und Südkorea teilnahmen, als "deutlicher Schritt in die richtige Richtung" bewertet. Es "gab ein hohes Maß an Einmütigkeit in allen Fragen", sagte Staatssekretär Jochen Homann. Vieles sei konkreter geworden. Dazu gehöre die von China und Indien geäußerte Kooperationsbereitschaft. Da diese Länder einen hohen Anteil am weltweiten Energieverbrauch hätten, sei es "sehr wichtig, sie einzubinden". Das sei ein "gutes Stück weit gelungen" und ein "wichtiger Fortschritt", sagte der deutsche Delegationschef.

Die fünf größten Ölimportländer hatten sich gestern "ernsthaft besorgt" über die rekordhohen Ölpreise geäußert. Die Preise seien beispiellos und entgegen den Interessen der verbrauchenden Länder wie auch der Förderländer, hatte es in der Abschlusserklärung der Energieminister Japans, der USA, Chinas, Indiens und Südkoreas am Samstag geheißen. Die Öl produzierenden Länder müssten mehr in die Öl- und Gasförderung investieren, forderten die Minister.

Engere Zusammenarbeit
Die Energieminister begrüßten die von China und Indien geäußerte Bereitschaft, enger mit der Internationalen Energieagentur (IEA) zusammenzuarbeiten. Die IEA verlangt von den 27 Mitgliedsländern die Bereitstellung von Ölvorräten für den Fall von Versorgungsengpässen. China und Indien gehören der 1974 nach der ersten Ölkrise gegründeten Organisation nicht an. IEA-Exekutivdirektor Nobuo Tanaka sagte, seine Organisation werde sich für eine bessere Funktionalität des Marktes künftig um noch genauere Daten zu den Öllagerbeständen bemühen.

Auf ein Ende von staatlichen Treibstoff-Bezuschussungen, wie es die USA fordern, einigten sich die Energieminister in Aomori jedoch nicht, wie die Vertreter Indiens und Chinas nach dem Treffen betonten. Als Entwicklungsländer sei man noch nicht in der Lage, marktbezogene Einzelhandelspreise für Ölprodukte einzuführen, erklärte der Vertreter Indiens. In der Abschlusserklärung des Ministertreffens heißt es lediglich, man sei sich einig, dass eine schrittweise Abschaffung der Preissubventionen "wünschenswert" sei.

US-Energieminister Samuel Bodman sagte vor der Presse, er fürchte dass es nur begrenzte Möglichkeiten gebe, um kurzfristig etwas gegen den Ölpreisanstieg zu tun. Wichtig sei zum Beispiel eine verbesserte Energieeffizienz. Die fünf Teilnehmerländer der Konferenz, die fast die Hälfte des weltweiten Energieverbrauchs ausmachen, waren sich auch einig, das verstärkt in alternative Energieformen investiert werden müsse. Die heutigen Probleme seien jedoch schon seit langer Zeit am "Brauen" und könnten nicht in "Monaten oder selbst ein oder zwei Jahren" gelöst werden, räumte der US-Energieminister ein.

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