29. Dezember 2009 20:50
Erst der vereitelte Terror-Anschlag vom Christtag in Detroit. Dann Sonntag
Panik um einen Nigerianer mit Bauchweh auf der Flugzeug-Toilette. Gestern
Alarm um eine Paketbombe am Flughafen Mailand (die sich als Attrappe
herausstellte) – jetzt herrscht auf allen Airports Alarmstufe 1.
Nacktscanner sollen kommen. In Moskau, den USA, Zürich, London und Amsterdam
werden die Geräte bereits getestet.
ÖSTERREICH-Redakteurin Ida Metzger war im Nacktscanner – ihr Report:
„Das erste Mal ,passierte‘ es am Flug von Wien nach San Francisco. Mit allem
hatte ich gerechnet – aber nicht mit einem Striptease. Als ich in Amsterdam
den Flieger Richtung Kalifornien besteigen will, entdecke ich beim
Sicherheitscheck – den Ganzkörperscanner.
Kurz überlege ich, ob ich den Strip für die Sicherheit wagen soll. Der Check
ist freiwillig. Aber: Will ich, dass mich ein Wildfremder splitterfasernackt
sieht? Meine Bedenken dauern nicht lange. Denn als ich beobachte, dass ich
im Gegenzug NICHT den Gürtel, die Schuhe und den Schmuck ablegen muss und
mich keine Security abtastet, ist meine Entscheidung klar: Ab in den
transparenten High-tech-Spanner-Kasten."
Die Sicherheitsschleuse der Firma L3 Pro Vision besteht fast zur Gänze aus
Plexiglas. Eine holländische Security-Mitarbeiterin erklärt mir kurz das
Prozedere. Mit den Schuhen auf die dafür vorgesehen Markierungen stellen.
Dann die klassische „Ich ergebe mich“-Stellung (Hände in die Höhe) einnehmen
und warten.
12 Sekunden
Wie bei einem Panoramaröntgen beim Zahnarzt umrundet
mich der Scanner und durchleuchtet meinen Körper bis auf die Haut auf Waffen
und Sprengstoff. Auf dem Monitor (nicht für mich zu sehen) ist mein ganzer
Körper zu sehen – wie auf einem Röntgenbild beim Arzt. Nachher schaue ich
kurz auf das Bild eines anderen Passagiers – sieht seltsam aus. Aber man
gewöhnt sich schnell daran. 12 Sekunden dauert der Striptease, dann bekomme
ich das grüne Licht, dass ich clean bin.
Fazit: Angenehmer als die üblichen Security-Checks. Und vielleicht sicherer.