Sonderthema:
In Somalia schweigen die Wafffen nicht

Trotz Abkommens

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In Somalia schweigen die Wafffen nicht

Ein Waffenruheabkommen zwischen der von Äthiopien abhängigen Übergangsregierung Somalias und der islamistisch dominierten Opposition, das am Montagabend in Dschibuti unterzeichnet wurde, hat sich schon nach wenigen Stunden als Totgeburt erwiesen. Der Chef des Rates der Islamischen Gerichte, Sheikh Hassan Dahir Aweys, erklärte am Dienstag in Eritrea das Abkommen für hinfällig und rief die Gläubigen zur Fortsetzung des "Kampfes gegen die Feinde", die äthiopischen Interventionstruppen, auf.

"Nur die gemäßigten Kräfte haben die Vereinbarung unterzeichnet, die Gründer der Islamischen Gerichte sind dagegen", sagte Rasish Abdi, Somalia-Experte der International Crisis Group in Nairobi. Nach der Vereinbarung sollen sich die äthiopischen Truppen innerhalb von 120 Tagen aus Somalia zurückziehen und durch UNO-Friedenshüter ersetzt werden. Die Vereinten Nationen hatten vor einigen Wochen die Stationierung von Blauhelm-Soldaten in Aussicht gestellt, sollte die politische Lage in Somalia stabil genug für einen solchen Einsatz sein. Derzeit sind 2000 Soldaten der Afrikanischen Union (AU), mehrheitlich aus Uganda, als Interpositionstruppe in Somalia stationiert.

Die Milizen des Rates der Islamischen Gerichte hatten die Hauptstadt Mogadischu beim Herannahen der äthiopischen Panzer im Dezember 2006 aufgegeben. Das rigorose Vorgehen der Äthiopier ohne Rücksicht auf Zivilisten, wie auch der Einsatz schwerer Waffen in Wohngebieten Mogadischus trugen zur Radikalisierung bei. Die Islamisten, die Waffenhilfe aus Saudi-Arabien, Jemen und Eritrea erhalten, hatten Mogadischu und große Teile Somalias ein halbes Jahr beherrscht, nachdem es ihnen gelungen war, die von den USA unterstützte Warlord-Allianz zu schlagen, deren Führer nunmehr in der Übergangsregierung sitzen. Die Warlords hatten nach dem Sturz des Diktators General Mohammed Siad Barre 1991 Chaos und Anarchie in dem Land am Horn von Afrika verbreitet.

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