Iran steht vor dem Umsturz

Krieg in Teheran

© Reuters

Iran steht vor dem Umsturz

Diese Bilder gehen derzeit um die Welt: Fotografiert mit Handys, verbreitet über SMS, Internet. Trotz Demonstrationsverbots strömen die Anhänger des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Hossein Moussavi im Iran zu immer neuen Protestveranstaltungen auf die Straßen. Und: Sie werden dabei mit aller Härte vom herrschenden Regime niedergeknüppelt. „Die verhassten Milizen der Regierung fahren auf Motorrädern herum, schlagen auf alles ein, was nicht sofort verschwindet“, so die österreichische Krisenreporterin Antonia Rados, die derzeit live für RTL aus Teheran berichtet.

Massive Gewalt. Augenzeugen berichten von Schlagstöcken, Elektroschock-Geräten und kochend heißem Wasser, das gegen die Demonstranten angewandt wird. Immer wieder fallen Schüsse. Der Widerstand im Iran – er wird vor allem von Frauen ausgeübt, die mutig auf die Straßen gehen – und oft blutig dafür bezahlen. „Ich höre immer noch die Schreie der Frauen“, so ein iranischer Demonstrant.

Hunderte Tote
Laut Angaben des staatlichen Fernsehens sollen bei den Protesten allein am Samstag erneut zehn Demonstranten getötet, Hunderte verletzt worden sein – tatsächlich dürfte aber die Zahl der Opfer deutlich höher liegen. So rechnet eine Studentenorganisation mit bereits 300 Todesopfern, Hunderte Regimegegner, darunter die Tochter des früheren iranischen Präsidenten Akbar Rafsanjani, wurden verhaftet.

Oppositionspolitiker Moussavi verurteilte gestern auf seiner Website das harte Vorgehen und sprach von einem „Schlachthaus“, das das Regime aus dem Land mache. Zum Schutz der iranischen Demonstranten fordert nun der Grüne Peter Pilz die Öffnung der österreichischen Botschaft in Teheran.

Der mächtige Wächterrat und Präsident Mahmoud Ahmadinejad geraten dabei derzeit immer mehr unter Druck. Ahmadinejad forderte Großbritannien und die USA auf, „ihre Einmischungen zu unterlassen“, Parlamentssprecher Ali Larijani bezeichnete die Stellungnahmen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens (sie verlangen eine Neuauszählung der Wahlzettel) als eine „Schande“.

Revolution
Der israelische Minister für strategische Angelegenheiten, Moshe Yaalon, glaubt, dass die anhaltenden Proteste im Iran in einer Revolution münden könnten. Oppositionsführer Mir-Hossein Moussavi und seine Frau hätten „einen neuen Geist der Offenheit und Freiheit“ gebracht, sagte der frühere Generalstabschef.

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