Neuer Anlauf zur Befreiung der Kolumbien-Geiseln

In Rebellen-Gewalt

© EPA/ALFONSO OCANDO / Miraflores

Neuer Anlauf zur Befreiung der Kolumbien-Geiseln

Nach einem gescheiterten Befreiungsversuch zum Jahresanfang gibt es neue Hoffnung für zwei von den linksgerichteten kolumbianischen FARC-Rebellen festgehaltene Geiseln: Der venezolanische Präsident Hugo Chavez erhielt nach eigenen Angaben die Koordinaten eines Ortes in den Bergen Kolumbiens, wo die Geiseln Clara Rojas und Consuelo Gonzalez freigelassen werden sollten.

Am Montag trifft Delegation aus Venezuela ein
Kolumbien habe der diesbezüglichen Vermittlung Venezuelas zugestimmt, sagte der Friedensbeauftragte der Regierung in Bogota, Luis Carlos Restrepo, am Mittwoch. Hubschrauber mit Mitarbeitern des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) sollten am frühen Morgen (12.00 Uhr MEZ) von Venezuela aus in die Region fliegen.

Chavez hat Koordinaten des Übergabeortes
Chavez sagte bei einer Rede in Caracas, er habe von den Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) die Koordinaten für den Ort der Geiselübergabe erhalten. Seine Regierung habe daraufhin eine offizielle Anfrage an die Regierung Kolumbiens gesandt und um Erlaubnis zur Empfangnahme der Geiseln gebeten. Diese wurde nach Angaben Restrepos erteilt. "Es gibt einen wunderbaren Geist der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern", sagte er vor Journalisten. Es gebe Fortschritte in operativen Schritten, welche eine Befreiung der Geiseln "mit größtmöglicher Geschwindigkeit" ermögliche.

Die Geiseln sollten von IKRK-Mitarbeitern in Empfang genommen werden, die an Bord venezolanischer Helikopter in die Region gebracht werden sollten. Nach Angaben von Chavez sollte die Übergabe in der kolumbianischen Provinz Guaviare erfolgen.

Militäreinsätze in der Region werden eingestellt
Der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Manuel Santos sagte, die Hubschrauber sollten gegen 06.30 Uhr in das "ziemlich große Gebiet" starten. Seine Regierung werde den Flug freigeben, sobald der Flugplan vorliege, sagte Santos nach einem Treffen mit der IKRK-Direktorin in Kolumbien, Barbara Hintermann. Die Details der geplanten Übergabe sollte Hintermann erst kurz vorher mitteilen. Sämtliche Militäreinsätze in der betroffenen Region würden bis auf weiteres eingestellt, betonte Santos.

Geisel hatte Kind mit Geiselnehmer
Die FARC hatte im Dezember angekündigt, Rojas, ihren Sohn Emmanuel sowie die Ex-Parlamentarierin Consuelo Gonzalez bald freizulassen. Die Rebellen bliesen die Aktion, die auch von Chavez vermittelt worden war, jedoch kurzfristig unter Verweis auf Armeeaktionen im Guerillagebiet ab. Später stellte sich heraus, dass Emmanuel entgegen der Behauptungen der FARC nicht mehr bei den Rebellen lebte, sondern schon vor rund einem halben Jahr in einem Waisenhaus gefunden wurde. Der Dreijährige, den Rojas mit einem Rebellen zeugte, traf nach Angaben von Chavez bereits in Bogota ein.

40 Geiseln in Rebellengewalt
Rojas war die Wahlkampfmanagerin der kolumbianischen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Beide wurden 2002 von der FARC entführt. Die ehemalige Abgeordnete Gonzalez wurde 2001 gefangen genommen. Noch schätzungsweise 40 weitere Geiseln befinden sich in den Händen der Rebellen, die mit Hilfe von Drogengeldern abgelegene Gebiete Kolumbiens unter ihrer Kontrolle halten. Die Regierung in Bogota bemüht sich seit längerem, sie gegen 500 inhaftierte Kämpfer auszutauschen.

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