Notstand in Osttimor verhängt

Nach Putschversuch

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Notstand in Osttimor verhängt

Einen Tag nach dem Putschversuch in Osttimor hat die Regierung am Dienstag für 48 Stunden den Notstand über das Land verhängt. Der amtierende Präsident Vicente Gutterres gab die Maßnahme in einer Fernsehansprache bekannt. Die Notstandsmaßnahmen umfassen ein Demonstrationsverbot vor und geben der Polizei Sondervollmachten. "Unser Land befindet sich jetzt in einer außerordentlichen Lage", sagte Gutterres. Er bat die Bevölkerung, der Regierung bei der Bewältigung der Krise zu helfen. In der Hauptstadt Dili war es am Dienstag ruhig. Viele Geschäfte blieben geschlossen. Auf den Straßen patrouillierten internationale Soldaten und osttimoresische Polizisten.

Ramos-Horta neuerlich operiert - Zustand stabil
Der am Montag bei einem Putschversuch schwer verletzte Präsident Osttimors, José Ramos-Horta, ist am Mittwoch erneut operiert worden. Das sagte eine Sprecherin des Krankenhauses im australischen Darwin der Nachrichtenagentur AAP. Ramos-Horta war am Montag mit schweren Schussverletzungen aus Osttimor nach Australien geflogen und in der Klinik in Darwin bereits drei Stunden lang operiert worden. Den Angaben zufolge befand er sich am Mittwoch noch im künstlichen Tiefschlaf. Sein Zustand sei ernst, aber stabil. Am Vortag hatten die Ärzte eine "vollständige Genesung" des Friedensnobelpreisträgers in Aussicht gestellt.

Der 58 Jahre alte Ramos-Horta war am Montag bei dem Rebellenangriff in der Nähe seines Hauses in der Hauptstadt Dili durch insgesamt drei Schüsse in Bauch und Brust schwer verletzt worden. Ministerpräsident Xanana Gusmao überlebte einen zweiten Anschlag der Rebellen unverletzt. Er sprach von einem "gescheiterten Putschversuch" und rief den Ausnahmezustand in dem südostasiatischen Land aus. Der Führer der Aufständischen, Alfredo Reinado, wurde bei den Kämpfen getötet.

Anschlag scharf verurteilt
Der Anschlag auf Ramos-Horta wurde von der internationalen Staatengemeinschaft schärfstens verurteilt. Die Verantwortlichen für diese "abscheuliche Tat" müssten zur Rechenschaft gezogen werden, forderte der UNO-Sicherheitsrat am Montagabend in einer Sondersitzung in New York. Die slowenische EU-Ratspräsidentschaft betonte, der Vorfall bestärke die Union "in ihrer Entschlossenheit, die Institutionen von Osttimor und seine Entwicklung zu unterstützen, um die Zukunft des Staates zu sichern". US-Präsident George W. Bush verurteilte den "gewaltsamen Angriff" auf Ramos-Horta. "Die Verantwortlichen müssen wissen, dass sie die Demokratie in Osttimor nicht zu Fall bringen können und für ihre Tat zur Rechenschaft gezogen werden", sagte Bush.

UNO solidarisch
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sicherte der osttimoresischen Regierung die Solidarität der Vereinten Nationen zu und dankte Australien für dessen Hilfe. Das Nachbarland hatte umgehend die Entsendung von weiteren Soldaten nach Osttimor angekündigt. Australien stellt schon jetzt fast 800 der der 1.400 Mann starken UNO-Friedenstruppe in dem Inselstaat. Nun sollen rund 200 weitere Soldaten und bis zu 70 Polizisten hinzukommen, wie der australische Premier Kevin Rudd erklärte. Die Regierung in Dili habe um diese Unterstützung gebeten.

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