Offizielles Holland bedauert Anti-Islam-Film

Wilders-Video

Offizielles Holland bedauert Anti-Islam-Film

Der niederländische Regierungschef Jan Peter Balkenende hat sich von der abwertenden Darstellung des Korans im Film des Rechtspopulisten Geert Wilders distanziert. Der Film verbinde Gewalt und den Islam - das lehne die Regierung ab, so Balkenende am Donnerstagabend. "Wir bedauern, dass Herr Wilders den Film veröffentlicht hat." Das Video habe kein anderes Ziel als zu beleidigen.

UNO-Generalsekretär verurteilt Film
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat den anti-islamischen Film des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders "in schärfster Form" verurteilt. Es gebe keinerlei Rechtfertigung für Hasspredigten und das Anstacheln von Gewalt, erklärte Ban am Freitag in New York. "Das Recht auf freie Meinungsäußerung steht hier nicht zur Debatte", so Ban. "Freiheit muss immer mit sozialer Verantwortung einhergehen."

Der Spitzendiplomat mahnte zu einem gegenseitigen Respekt der Religionen. Die wahre Trennlinie verlaufe nicht zwischen der islamischen und der westlichen Welt, sondern zwischen einer kleinen Zahl von Extremisten und dem Rest der Welt, sagte Ban.

Kein Grund zu Rache
Balkenende warnte zugleich vor gewaltsamen Reaktionen auf den Film. Gewalt oder Bedrohungen könnten nicht mit Wilders Beleidigungen entschuldigt werden. Deshalb werde die niederländische Regierung auf jeden Gesetzesverstoß reagieren, so Balkenende. Und auch bei dem Film solle überprüft werden, ob er gegen das Gesetz verstoße.

Die niederländische Regierung hatte wegen befürchteter Ausschreitungen wie nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in Dänemark mehrmals versucht, Wilders von seinem Projekt abzubringen. Er hielt aber daran fest und stellte den Film schließlich auf einem Videoportal online.

Knapp einen Tag nach der Veröffentlichung eines anti-islamischen Films durch den rechtspopulistischen niederländischen Abgeordneten Geert Wilders im Internet hat die Web-Site LiveLeak.com den Film von ihren Servern entfernt. Sie begründete diesen Schritt mit Drohungen gegen Mitarbeiter, die "sehr ernster Natur" seien. "Das ist ein trauriger Tag für die Menschenrechte im Internet", erklärten die Betreiber der Seite am Freitagabend.

Muslime nehmen's cool
Niederländische Muslim-Verbände erklärten kurz nach Veröffentlichung, der Film sei nicht so schlimm wie erwartet. Sie hatten befürchtet, Wilders würde in dem Video den Koran verbrennen oder ihn in Stücke reißen. Das ist aber nicht der Fall. In dem Film kombiniert Wilders Bilder von Opfern terroristischer Anschläge mit Koranversen.

Westergaard klagt Wilders
Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard will gerichtlich gegen den Anti-Islam-Film und seinen Schöpfer Geert Wilders vorgehen. Er betrachtet die Verwendung seiner Mohammed-Karikatur in dem Video als Missbrauch.

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