17. September 2009 20:38
© TZ ÖSTERREICH / HOCHMUTH
Bei der Wahl zur Nominierung des Nachfolgers von UNESCO-Generaldirektor
Koichiro Matsuura hat am Donnerstagabend keiner der neun Kandidaten die
erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen im Exekutivrat bekommen. Nach
Angaben aus Diplomatenkreisen votierten 22 der 58 Mitglieder des Rates für
den umstrittenen ägyptischen Kulturminister Farouk Hosni (Faruk Husni). Die
bulgarische Kandidatin Irina Bokowa erhielt acht Stimmen. Die aus Österreich
stammende EU-Außenkommissarin und frühere Außenministerin Benita
Ferrero-Waldner sowie der russische Vize-Außenminister Alexander Jakowenko
kamen auf jeweils sieben Stimmen.
30 Stimmen nötig
Hosni, der als Favorit gilt, waren in der
Vergangenheit wiederholt anti-israelische Äußerungen vorgeworfen worden.
Verschiedene westliche Menschenrechtsorganisationen, Intellektuelle und
Politiker hatten dazu aufgerufen, den Ägypter nicht zu wählen. Die nächste
Wahlrunde im Exekutivrat ist für den morgigen Freitag angesetzt. Alle
bisherigen Kandidaten können wieder antreten. Insgesamt sind dort bis zu
fünf Abstimmungen möglich. Für die absolute Mehrheit sind 30 Stimmen nötig.
Der Gewinner muss dann noch von der Generalversammlung der UNO-Bildungs-,
Wissenschafts- und Kulturorganisation (UNESCO) am 15. Oktober bestätigt
werden.
Ferrero-Waldner bleibt im Rennen
Obwohl EU-Außenkommissarin
Benita Ferrero-Waldner beim ersten Wahlgang nur auf dem dritten Platz
gelandet ist - gemeinsam mit dem russischen Vize-Außenminister Alexander
Jakowenko, ist das Abstimmungsergebnis im Lager der Unterstützer der
Österreicherin auf positive Reaktionen gestoßen. "Hosni hat nicht gewonnen,
und wir sind im Mittelfeld", kommentierte der frühere österreichische
Botschafter in Paris, Anton Prohaska. Ferrero-Waldner werde im Rennen
bleiben.