UN-Chef verurteilt Angriff auf UN im Sudan

Darfur

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UN-Chef verurteilt Angriff auf UN im Sudan

Soldaten der sudanesischen Streitkräfte haben in der Krisenprovinz Darfur einen Nachschubkonvoi der UN-Friedensmission UNAMID beschossen. Der Angriff am späten Montagabend war der erste militärische Zwischenfall seit Beginn der Mission im Jänner, wie ein UNAMID-Sprecher am Dienstag erklärte. Die sudanesischen Soldaten hielten den Konvoi offenbar für eine Wagenkolonne von Rebellen. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte den Angriff.

Verwechslung nicht nachvollziehbar
"Der Generalsekretär verurteilt den Zwischenfall in den schärfsten Worten." Die sudanesische Regierung müsse unzweideutig für die Sicherheit der UN-Truppen garantieren und sicherstellen, dass so etwas nicht wieder passiere, hieß es in der UN-Erklärung. Der Konvoi sei "klar markiert" gewesen, eine Verwechslung daher nur schwer nachvollziehbar.

Sudanesische Soldaten schossen nahe der Grenze zum Tschad den Angaben zufolge etwa zehn Minuten auf die Wagenkolonne südafrikanischer UN-Soldaten. Ein sudanesischer Fahrer wurde dabei schwer verletzt, ein Tanklaster zerstört und ein gepanzertes Fahrzeug schwer beschädigt. Die UN-Soldaten hätten das Feuer nicht erwidert.

Friedenssoldaten
"Wir sind hier um Frieden zu bringen, nicht um zu kämpfen, sagte der UNAMID-Sprecher, Noureddine Mezni. Er hoffe, dass dies der letzte Angriff auf die Friedenssoldaten gewesen sei. Die Sollstärke der Mission beträgt 26.000 Mann. Bisher sind jedoch nur wenig Soldaten in der Region angekommen. Zurzeit besteht sie aus etwa 7.000 Soldaten der bisherigen AU-Einheit plus 800 UN-Mitarbeitern und 1.200 Polizisten. Die Ausrüstung lässt dabei oft zu wünschen übrig. Westliche Staaten haben die zugesagten Hubschrauber und Militärfahrzeuge noch nicht geliefert.

Ein Erfolg von UNAMID gilt jedoch als wesentlich, um die Gewalt in Darfur einzudämmen. In der westsudanesischen Region kämpfen mehrere Rebellengruppen gegen die arabische Reitermiliz der Dschandschawid und die islamische Regierung in Khartum. Dem seit fast fünf Jahren anhaltenden Konflikt sind schon 200.000 Menschen zum Opfer gefallen, etwa 2,5 Millionen wurden zu Flüchtlingen.

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