US-Regierung plant keine Maßnahmen

Nach Klimabericht

US-Regierung plant keine Maßnahmen

Der US-Anteil am Ausstoß von Treibhausgasen sei nur "gering, wenn man sich den Rest der Welt ansieht", sagte US-Energieminister Sam Bodman am Freitag (Ortszeit) in Washington. "Nötig ist wirklich eine weltweite Diskussion." Zugleich bekräftigte er die ablehnende Haltung seiner Regierung gegen verbindliche Grenzwerte für den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid.

UN-Klimabericht
In dem am Freitag vorgestellten Bericht warnen die Vereinten Nationen dringlicher als je zuvor vor den Folgen des Klimawandels. Zu erwarten seien ein Anstieg der Meeresspiegel, das Abschmelzen von Gletschern, Dürreperioden und Hitzewellen, schrieben die beteiligten Wissenschafter. Inzwischen stehe mit neunzigprozentiger Sicherheit fest, dass der Mensch den Treibhauseffekt durch das Verfeuern fossiler Brennstoffe verursache.

Allein auf das Konto der USA gehen ein Viertel der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen und ein Viertel des Rohölverbrauchs. Die Regierung von US-Präsident George W. Bush hat noch vor einiger Zeit Zweifel daran geäußert, dass die Klimaerwärmung auf menschliche Einflüsse zurückgeht. "Dieses Thema steht nicht mehr zur Debatte", sagte Bodman nun. Ein Sprecher Bushs bezeichnete den UNO-Bericht als "wertvoll und wichtig".

Keine Reaktion aus China
In China sind die Warnungen des UNO-Klimaberichts über die drastischen Folgen der Erderwärmung in den staatlich kontrollierten Medien nahezu ungehört verhallt. Der Bericht des UNO-Klimausschusses IPCC, der bis zum Jahr 2100 einen Anstieg von Dürren und Hitzewellen, gewaltigere Stürme und steigende Meeresspiegel voraussagt, blieb in den Fernsehnachrichten am Freitagabend und Samstagmorgen unerwähnt. In den Zeitungen wurde das Thema auf den hinteren Seiten behandelt. Lediglich die liberale Zeitung "Beijing Ribao" berichtete auch über die negativen Folgen des Klimawandels für die eigene Bevölkerung. Nur die englischsprachige Zeitung "China Daily" hob den Weltklimabericht auf die erste Seite.

China ist nach den USA zweitgrößter Erzeuger von Treibhausgasen. Im Gegensatz zu Washington hat Peking das Kyoto-Protokoll unterzeichnet, ist aber wegen seines Status als Entwicklungsland nicht zur Verringerung des CO2-Ausstoßes verpflichtet. Peking argumentiert, in China sei der Ausstoß von Treibhausgasen pro Kopf noch bei weitem niedriger ist als in den Industriestaaten.

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