Unternehmer lieferte Berlusconis Frauen

Für Partys

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Unternehmer lieferte Berlusconis Frauen

Nach einigen Wochen Ruhepause kommt der Skandal um das Privatleben des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi wieder ins Rollen. Der mit dem Medienzar befreundete süditalienische Unternehmer Gianpaolo Tarantini gestand den Justizbehörden der Stadt Bari, fünf Monate lang - von September 2008 bis vergangenen Jänner - 30 junge Frauen für 18 Partys in Berlusconis Residenz in Rom rekrutiert zu haben, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Mittwoch. Einige Frauen sollen von ihm bis zu 1.000 Euro erhalten haben, um die Nacht bei Berlusconi zu verbringen. Anderen sollen lediglich Reisekosten nach Rom und Hotels bezahlt worden sein.

Geld und Kokain
"Ich habe viel ausgegeben, um meine Freundschaft zu Berlusconi zu pflegen. Da ich sein Interesse für Damen kannte, habe ich zu seinen Partys Frauen mitgebracht, die ich ihm als meine Freundinnen vorstellte. Ich habe ihm verschwiegen, dass ich sie manchmal bezahlte", wurde Tarantini zitiert. Der Unternehmen gestand außerdem, einigen Escort-Ladys Kokain geliefert habe. An den Partys mit Berlusconi nahmen mehrere Showgirls und Schauspielerinnen teil.

Junge Damen vermittelt
Gegen den 35-jährigen Unternehmer laufen seit Monaten Ermittlungen in Bari. Die Staatsanwaltschaft will feststellen, ob Tarantini öfters einflussreichen Persönlichkeiten junge Frauen vermittelt hat. Die Ermittler vermuten, dass der Unternehmer sich somit politische Begünstigungen für seine Geschäfte im Gesundheitsbereich sicherte. Der Unternehmer ist Inhaber der Gesellschaft Tecnohospital, die auf Dienstleistungen im Gesundheitsbereich spezialisiert ist. Gegen den Unternehmer laufen Ermittlungen wegen Korruption und Drogenhandel.

Auch Patrizia D'Addario mitgebracht
Tarantini hatte zu Berlusconi auch die Escort-Lady Patrizia D'Addario geführt, die wegen ihres nach eigenen Angaben bezahlten Abends in der römischen Residenz Berlusconis international bekannt geworden ist. Die Affäre rund um Partys und Prostitution, die Berlusconi in den vergangenen Monaten stark unter Druck gesetzt hat, wurde von D'Addario ausgelöst. Sie hatte im Juni in einem Interview und später auch vor Ermittlern berichtet, dass sie im vergangenen Herbst gemeinsam mit Tarantini zu zwei Partys in Berlusconis Privatresidenz Palazzo Grazioli eingeladen worden sei. Dafür seien ihr 2.000 Euro versprochen worden. Da sie bei Berlusconi nicht übernachtet hatte, wurden ihr angeblich nur 1.000 Euro gezahlt. Ein zweites Mal habe sie bei Berlusconi die Nacht verbracht, aber dafür kein Geld bekommen.

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