03. Juni 2008 06:26
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat am Dienstag bei der Eröffnung des
dreitägigen Welternährungsgipfels in Rom für eine Erhöhung der Produktion
von Nahrungsmitteln bis 2030 um 50 Prozent plädiert. Nur auf diese Weise
könne man das weltweite Problem des Hungers und der Unterernährung
bekämpfen. Ban warnte, dass mehrere Länder, darunter Afghanistan und Haiti,
von einer Hungersnot ernsthaft bedroht seien.
Ban übt Kritik an Handeslpolitik
Um die Nahrungskrise zu
bekämpfen, müsse man laut Ban vor allem auf eine Steuer- und Handelspolitik
verzichten, die marktverzerrend wirke und zu einem raschen Ende der
Verhandlungen der sogenannten Doha-Runde der Welthandelsorganisation (WTO)
zur Liberalisierung des Welthandels. Laut dem südkoreanischen Diplomaten
müsse man der Bevölkerung in den vom Hunger bedrohten Ländern den Zugang zur
Nahrung erleichtern und sofortige Maßnahmen ergreifen, um die
Lebensmittelproduktion zu steigern.
FAO-Generalsekretär Jacques Diouf rief die Staats- und Regierungschefs
auf, sofort zu handeln. "Es gibt 823 Millionen Menschen, die vom Hunger
bedroht sind. Ihre Lebensbedingungen müssen gebessert werden. Sie brauchen
effizientere Mittel in der Landwirtschaft. Sie müssen aus dem Mittelalter
heraus und zu Autonomie in der Produktion ihrer Nahrung gelangen", sagte
Diouf.
Mit 30 Milliarden Dollar pro Jahr könne man die weltweite Nahrungskrise
bekämpfen, versicherte Diouf. "Das Problem des Hungers ist ein politisches
Problem, dem man absolute Priorität einräumen muss", sagte Diouf. Er mahnte,
dass zwischen 1980 und 2005 die Landwirtschaftshilfen von acht Milliarden
auf 3,4 Milliarden Dollar zurückgegangen seien. Dabei seien diese Hilfen für
das Überleben von 70 Prozent der armen Bevölkerung in der Welt notwendig.
Kritik an Ahmadinejad-Besuch
Heftige Kritik an der Teilnahme des
iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad am dreitägigen FAO-Gipfel in Rom
übte am Dienstag Israels Botschafter in Italien, Gideon Meir. Ahmadinejads
Besuch sei unangebracht, sagte Meir nach Angaben italienischer Medien. Der
Gipfel der Welternährungsorganisation, der am Dienstag beginnt, werde für
Ahmadinejad zum medialen Schauplatz werden. Laut Meir hätte der iranische
Präsident überhaupt nicht eingeladen werden sollen.
"Man hätte Ahmadinejad nicht die Möglichkeit geben sollen, sich Gehör zu
schaffen und mit anderen Politikern zusammen zu treffen", kritisierte der
Botschafter. Ahmadinejad plant am Dienstagnachmittag eine Pressekonferenz im
Sitz der FAO in Rom