Wenige Demonstranten am Grab von Neda

Proteste nehmen ab

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Wenige Demonstranten am Grab von Neda

Die im Tod zum Symbol der iranischen Protestbewegung gewordene Neda Agha Soltan ist nach Angaben eines in London lebenden Landsmannes offenbar von einem Mitglied der regierungstreuen Basij-Miliz erschossen worden. Der Arzt Arash Hejazi berichtete am Donnerstag der BBC, er sei dabei gewesen und habe ihr zu helfen versucht.

Bilder der jungen Frau, die blutüberströmt auf der Straße liegt, gingen um die Welt. Hejazi studiert derzeit in England und war nach eigenen Angaben zu einem kurzen Besuch bei Freunden in Teheran, als er von der Protestkundgebung hörte und sie sich anschauen ging. Plötzlich habe die Polizei Tränengas verschossen, und Motorräder seien angerast. "Wir hörten einen Schuss. Neda stand einen Meter entfernt von mir. Ich drehte mich um und sah Blut aus ihrer Brust schießen", sagte er dem Sender. "Wir stürzten hin und legten sie auf den Boden. Ich sah die Schusswunde direkt unter dem Hals." Er habe versucht, die Blutung zu stoppen, aber die Frau sei rasch gestorben.

"Ich wollte sie nicht umbringen"
Die Demonstranten hätten zunächst angenommen, dass der Schuss vom Dach eines nahen Hauses gekommen sei. Dann hätten sie aber einen bewaffneten Basij-Milizionär auf einem Motorrad entdeckt, ihn angehalten und entwaffnet. Der Mann habe anscheinend zugegeben, auf die junge Frau geschossen zu haben; er habe gerufen: "Ich wollte sie nicht umbringen". Die wütenden Demonstranten hätten ihm den Ausweis abgenommen, ihn fotografiert und dann laufenlassen, schilderte Hejazi.

Er sei sich bewusst, dass er sich mit seiner Aussage in Gefahr bringe und vielleicht nicht mehr in den Iran zurückkehren könne, sagte er weiter. Er sei immer unpolitisch gewesen. "Es war eine schwere Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu treten und darüber zu sprechen. Aber sie ist für eine Sache gestorben. Sie hat sich für Grundrechte eingesetzt... Ich möchte nicht, dass ihr Blut umsonst vergossen wurde.

Kerzen für Neda
Nach dem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten versammelten sich am Freitag nur einige wenige Menschen auf einem Friedhof in Teheran, um Kerzen für die getötete Studentin Neda anzuzünden.

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