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Krise im Iran

Exekution der Protest-Anführer gefordert

Ein hoher Geistlicher wünscht sich ein hartes Vorgehen gegen die Demonstranten. Die G-8 verurteilt die Gewalt im Iran.

Ein führender konservativer Kleriker im Iran hat nach den schweren Zusammenstößen der Staatsmacht mit Demonstranten die Todesstrafe für Anführer des Protests gefordert. "Ich rufe die Justiz zu einer deutlichen Konfrontation mit den Anführern dieser illegalen Demonstrationen auf und verlange die Todesstrafe für sie ohne jede Gnade", sagte Ayatollah Ahmad Khatami am Freitag während einer Gebetszeremonie.

Der Geistliche gilt als Vertrauter von Präsident Mahmoud Ahmadinejad. Dessen umstrittene Wiederwahl vor zwei Wochen hatte die Massenproteste im Iran ausgelöst.

G-8 verurteilt Gewalt
Die G-8 hat das gewaltsame Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten nach der Präsidentenwahl verurteilt. Die Islamische Republik müsse grundlegende Menschenrechte wie die Meinungsfreiheit respektieren, erklärten die Außenminister der sieben führenden Industriestaaten und Russlands am Freitag bei ihrem Treffen im italienischen Triest.

Die innenpolitische Krise müsse rasch und im Dialog beigelegt worden, hieß es weiter. Die G-8 rief die Führung des Landes auf sicherzustellen, dass der Wille des Volkes in den Wahlen zum Ausdruck komme.

Massives Vorgehen gegen Demonstranten
In den zurückliegenden zwei Wochen hatten Hunderttausende Iraner dagegen protestiert, dass Amtsinhaber Mahmoud Ahmadinejad zum Sieger der Präsidentenwahl vom 12. Juni erklärt wurde. Die Sicherheitskräfte gingen massiv gegen die Demonstranten vor, die der Regierung Wahlfälschung vorwarfen. Der Wächterrat, das oberste gesetzgeberische Gremium, wies die Vorwürfe zurück. Es habe sich um die sauberste Wahl seit der Revolution vor 30 Jahren gehandelt, erklärte das Gremium am Freitag. Es habe keine gravierenden Mängel gegeben.

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