Der Krieg im Nahen Osten spitzt sich weiter zu. Irans Militär droht damit, den wichtigsten Öl-Transportweg durch die Straße von Hormuz zu blockieren - und warnt vor einem Ölpreis von bis zu 200 Dollar pro Barrel.
Irans Militärführung hat jedes Schiff und jede Ölladung für die USA, Israel und deren Partner in der für den weltweiten Erdölhandel wichtigen Straße von Hormuz als legitimes Ziel von Angriffen bezeichnet. Im Persischen Golf und in der Straße von Hormuz waren unterdessen drei Frachtschiffe von Geschossen getroffen worden, mutmaßlich durch iranische Angriffe.
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"Wir werden niemals zulassen, dass auch nur ein Liter Öl zugunsten der USA, der Zionisten und ihrer Partner durch die Straße von Hormuz transportiert wird", sagte ein Militärsprecher des zentralen Hauptquartiers Khatam Al-Anbiya, das in Kriegszeiten das Kommando übernimmt.
Der Sprecher droht weiter: "Eure lebenswichtigen Zentren und Stützpunkte werden einer nach dem anderen in dem Feuer brennen, das ihr entfacht habt."
Ölpreis könnte auf 200 Dollar steigen
An die USA gerichtet sagte der Militärsprecher außerdem, dass die USA den Öl- und Energiepreis nicht künstlich niedrig halten könnten. "Rechnet mit einem Preis von 200 Dollar pro Barrel, denn der Ölpreis hängt von der Sicherheit der Region ab - und ihr seid die Quelle dieser Unsicherheit", sagte er. Zuletzt war der Ölpreis auf rund 100 Dollar pro Barrel gestiegen.
Frachtschiffe von Geschossen getroffen
Unterdessen wurden mehrere Frachtschiffe in der Region von Geschossen getroffen. Die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) meldete am Mittwoch einen Angriff auf ein Frachtschiff, bei dem ein Brand ausbrach. Im Persischen Golf vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate wurden zwei Massengutfrachter getroffen.
Mehrere Schiffe beschädigt
Der unter thailändischer Flagge fahrende Massengutfrachter "Mayuree Naree" sei etwa elf Seemeilen nördlich des Omans getroffen und beschädigt worden, hieß es. Zuvor war das unter japanischer Flagge fahrende Containerschiff "One Majesty" von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Der Vorfall ereignete sich 25 Seemeilen nordwestlich von Ras Al Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ein drittes Schiff, der Massengutfrachter "Star Gwyneth", wurde Sicherheitsfirmen zufolge etwa 50 Meilen nordwestlich von Dubai getroffen. Das unter der Flagge der Marshallinseln fahrende Schiff sei am Rumpf beschädigt worden, teilt die auf maritime Risiken spezialisierte Firma Vanguard mit.
Handelsschifffahrt stark eingeschränkt
Im Zuge des Kriegs zwischen den USA und Israel mit dem Iran geraten Schiffe im Persischen Golf, der Straße von Hormuz und dem Golf von Oman immer wieder unter Beschuss. Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der Region seit Kriegsbeginn vor eineinhalb Wochen fast komplett zum Erliegen gebracht.