Eis geschmolzen

Hitze legt uralte Müllhalde auf Gletscher frei

Rostige Dosen und Müll liegen verstreut auf einem verschneiten Berghang oder Gletscher.
© Instagram
Ein Rekordsommer lässt die Gletscher in den Hochalpen schmelzen. Am Barre des Écrins legt der Eisschwund nun eine gewaltige historische Müllhalde frei.
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Die Zunge des Glacier Blanc wird von unten her immer grauer und kürzer. An den Seitenmoränen bringt die Hitze ein unschönes Bild ans Licht: Unzählige alte Konservendosen, vermutlich aus den 1950er- bis 1980er-Jahren, treten durch das Gletschersterben hervor. Einst wurden Erbsen-, Mais- und Thunfischdosen sowie alte Tourenski von Schnee und Eis verdeckt. Sogar ein Bezug zu Österreichs Nachbarregionen wird sichtbar, da die Aufnahmen nahe der italienischen Grenze entstanden.

Surreale Entdeckung im Hochgebirge

Ein Walliser Berginfluencer teilte die Aufnahmen auf Instagram. Ein Fernseh-Meteorologe des italienischen Staatssenders Rai kommentierte die Bilder auf Facebook und betonte, dass derjenige, der den Abfall vor Jahrzehnten auf über 3000 Metern hinterlassen hat, wohl nicht mit dem plötzlichen Abschmelzen durch den Klimawandel gerechnet habe. Die Natur bringe alles mit Zinsen zurück.

Freiwillige sammeln Hunderte Kilo

Der Nationalpark kämpft schon länger gegen die Verunreinigung. Bei einer früheren Reinigungsaktion sammelten rund zwanzig Freiwillige mithilfe von Bergsteigern etwa 1400 Kilo Abfall ein. Die Alpinisten nahmen Müllsäcke von den Berghütten mit und gaben diese gefüllt wieder ab, wo sich die Hüttenwirte um die Entsorgung kümmerten. Die Parkverantwortlichen betonen jedoch, dass dies nur eine vorübergehende Maßnahme sei, da das Eis regelmäßig neuen Unrat freigibt.

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