Mourinho-Alarm

Mobbing-Wirbel um Real-Star Vinicius Junior

José Mourinho & Vinicius Junior.
© Anadolu via Getty Images
Kaum ist die neue Saison angepfiffen, schon steht Vinícius Júnior wieder im Mittelpunkt! Beim 2:1-Sieg von Real Madrid bei Espanyol Barcelona lieferte sich der Brasilianer ein hitziges Duell mit Gegenspieler Cala – und bekam danach Rückendeckung von seinem Neo-Trainer. José Mourinho stellte sich demonstrativ vor seinen Superstar und sprach sogar von "Mobbing".
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"Er ist kein Heiliger, aber was sie ihm antun, ist unerträglich", sagte der Portugiese. Für Mourinho beginnt das Problem schon mit der ersten Aktion: "Sie treten ihn von der ersten Minute an. Und wenn einer verwarnt wird, kommt der nächste." Für den Real-Coach ist das längst kein Zufall mehr, sondern ein Muster, das sich von Gegner zu Gegner wiederhole. "Wir leben zwar in einer Zeit, in der Mobbing gesellschaftlich bekämpft wird, aber Vini wird trotzdem gemobbt - vom Gegner und von den Zuschauern", betonte de Portugiese

Was ist passiert?

Tatsächlich ging es früh zur Sache. In der vierten Minute bekam Vinícius einen Tritt ab, später schubste er Cala leicht zu Boden und sah dafür Gelb. Doch auch der Brasilianer selbst lieferte Munition für seine Kritiker. In der zweiten Hälfte ging er im Strafraum nach einem Zweikampf auffällig leicht zu Boden und forderte einen Elfmeter. Der Pfiff blieb aus – die Szene roch eher nach Schwalbe als nach Strafstoß.

Vinícius polarisiert wie kaum ein anderer. Seine provokanten Gesten und Torjubel treiben gegnerische Fans regelmäßig auf die Palme. Gleichzeitig wird er immer wieder massiv angefeindet. Mourinho fordert deshalb beides: Schutz für seinen Star – und mehr Selbstkontrolle. Der Brasilianer müsse seine Emotionen besser im Griff haben und besonders beim Torjubel aufpassen.

Espanyol-Coach Manolo González sieht die Sache allerdings völlig anders. "Wenn wir ihn nicht berühren dürfen, ist das Fußball", konterte er. Niemand habe es gezielt auf Vinícius abgesehen, die Fouls seien normale Zweikämpfe gewesen.

Brisante Vorgeschichte

Die Kontroverse weckte auch Erinnerungen an die vergangene Saison, als Mourinho noch Benfica trainierte. Im Champions-League-Duell mit Real soll Benfica-Profi Gianluca Prestianni Vinícius diskriminierend beleidigt haben. Die UEFA sperrte ihn später für sechs Spiele, das Verhalten wurde als homophob eingestuft.

Mourinho geriet damals selbst unter Beschuss. Er hatte erklärt, Vinícius heize die Stimmung mit seinen Torjubeln an, und verwies gegen Rassismusvorwürfe auf Benfica-Legende Eusébio: Der größte Spieler des Klubs sei schließlich schwarz gewesen.

Nun stellt sich Mourinho klar vor Vinícius. Der sei zwar "kein Heiliger" – doch die ständige Jagd auf ihn gehe zu weit. Die Viní-Debatte ist damit schon zum Saisonstart wieder voll entbrannt.

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