Mehr als 50 Ärzte und Spezialisten waren an der Operation in einem Krankenhaus in Ribeirão Preto beteiligt. Ziel war es, die beiden Mädchen endgültig voneinander zu trennen.
Der Eingriff dauerte rund 15 Stunden. Während der Operation kam es immer wieder zu gefährlichen Schwankungen beim Blutdruck: Bei einem der Zwillinge war er zu niedrig, beim anderen zu hoch. Das Anästhesie-Team musste die Werte laufend stabilisieren.
Doch kurz nach der vollständigen Trennung verschlechterte sich der Zustand der Mädchen dramatisch. Beide erlitten mit nur kurzer zeitlicher Verzögerung einen Herzstillstand. Die Ärzte konnten sie nicht mehr retten.
Schon vor der OP schwer geschwächt
Für das medizinische Team war die Operation auch deshalb besonders schwierig, weil Helena und Heloísa bereits gesundheitlich stark angeschlagen waren.
Die Mädchen hatten wiederholt Lungenentzündungen, wurden künstlich ernährt und mussten beatmet werden. Ein früher geplanter Eingriff war deshalb verschoben worden, bis sich ihr Zustand verbessert hatte.
Chirurg Garcia erklärte nach der Operation, das Team habe gehofft, die beiden Mädchen nach der Trennung jeweils einzeln stabilisieren zu können. Doch unmittelbar danach habe sich ihr Zustand verschlechtert.
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Mehrere Eingriffe in ihrem kurzen Leben
Helena und Heloísa waren sogenannte Craniopagus-Zwillinge. Dabei handelt es sich um eine extrem seltene Form siamesischer Zwillinge, die am Kopf miteinander verbunden sind.
Die beiden teilten sich Teile des Gehirns sowie wichtige Blutgefäße. Bereits im Alter von etwa eineinhalb Jahren mussten sie erstmals operiert werden. Im August 2025 begann damit eine Reihe weiterer Eingriffe.
Die letzte Operation sollte ihnen schließlich ein Leben getrennt voneinander ermöglichen. Doch nur wenige Minuten nach der vollständigen Trennung versagten ihre Herzen.
Vater dankt den Ärzten
Nach dem Tod seiner beiden Töchter richtete der Vater seinen Dank an das medizinische Team. Er sagte, er wisse, dass die Ärzte alles Menschenmögliche getan hätten, um die Mädchen zu retten.
Siamesische Zwillinge sind äußerst selten. Schätzungen zufolge kommt etwa ein Fall auf 50.000 bis 250.000 Geburten. Überdurchschnittlich häufig sind Mädchen betroffen. Viele Fälle enden bereits als Totgeburt oder die Kinder sterben kurz nach der Geburt.
Weltweit erreichen Schätzungen zufolge nur etwa sechs bis acht Zwillingspaare pro Jahr überhaupt das Alter, in dem eine Trennungsoperation möglich ist.
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