Kindesmissbrauch
TV-Komiker und Klimaaktivist - sein tiefer Fall
Wie oe24 bereits am Samstag als erstes Medium aufgedeckt hat, wird gegen eine österreichische Bühnengröße wegen des Verdachts des Kindesmissbrauchs und wegen des Besitzes von Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger ermittelt.
Günther Paal gestand die Vorwürfe am Mittwochabend selbst in einem Video auf Facebook ein. "Ich hab' Schande auf mich gebracht", sagte er. "Ich bedauere zutiefst, was ich gemacht hab'."
Paal sprach in dem Statement von Reue: "Ich habe ein Kind dorthin geküsst, wo Erwachsene Kinder nicht küssen dürfen." Es tue ihm "unendlich leid", erklärte er.
Der 64-jährige TV-Komiker und Klimaaktivist bestätigte zudem auch den Besitz von bildlichen Missbrauchsdarstellungen auf einem PC: "Das war eine Phase in meinem Leben. Da hatte ich die Lust auf solche Videos." Die Videos seien auf einem Rechner bei ihm zu Hause gewesen. "Den hab' ich dann irgendwann vergessen", sagte Gunkl.
Fast 190.000 Euro Schweigegeld bezahlt
Dem ORF-Kabarettisten - Günther Paal trat auch in Dorfers Donnerstalk auf - wird laut der Staatsanwaltschaft "die Vornahme einer geschlechtlichen Handlung an einer unmündigen Person sowie das Verschaffen und Besitzen von zumindest 960 Bilddateien und 19 Videodateien sexualbezogenen Kindesmissbrauchsmaterials mündiger und unmündiger Minderjähriger zur Last gelegt", teilte Staatsanwaltschaftssprecherin Judith Ziska mit.
Die Staatsanwaltschaft Wien hatte zuvor Vorwürfe gegen den Mann bestätigt, nachdem der Anwalt des Künstlers, Florian Höllwarth, sich dazu öffentlich geäußert hatte.
Der Künstler soll vor seinem Geständnis fast 190.000 Euro Schweigegeld bezahlt haben, gab die Anklagebehörde bekannt.
Höllwarth berichtete am Abend in einer Aussendung, dass es sich bei den Frauen um Sexarbeiterinnen gehandelt haben soll, die der Künstler vor zehn Jahren über eine Anzeige kennengelernt habe.
Die beiden Slowakinnen hatten mit Paal etwa ein Jahr Kontakt, nachdem die Zahlungen immer weiter erhöht wurden, brach er 2017 diesen ab. 2024 wurde der Kabarettist von der 42-Jährigen mit dem Vorschlag kontaktiert, sich wieder zu dritt zu treffen. Im Zuge dessen kam Paal auch mit dem Kind der Frau in Kontakt. Dabei wurde ihm seinen Ausführungen zufolge das Mädchen auch "zugeführt".
Anfang 2025 kam es dann in Paals Wohnung zu dem einmaligen Übergriff an der mittlerweile fünfjährigen Tochter der Bekannten. Die 42-jährige Prostituierte soll nicht zur Polizei gegangen sein, sondern den Künstler gemeinsam mit ihrer Mutter unter Druck gesetzt und zur Zahlung von hohen Geldbeträgen gebracht haben.
Anfangs hieß es laut Höllwarth noch, er soll 200, dann 300 Euro für das Kind bezahlen, danach wurden die Forderungen immer mehr. Die Frauen sollen auch mit ihrem gewalttätigen Bruder und auch Sohn gedroht haben, der von den Machenschaften laut Anwalt aber nichts wusste. Bei der Übergabe von weiteren 30.000 Euro am 30. Juni am Hauptbahnhof wurden zunächst die Jüngere von einem verdeckten Ermittler des Landeskriminalamtes festgenommen, am 6. Juli die Ältere nach der Rückkehr in Wien.
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