Entgeltliche Einschaltung

Altbausanierung

Klimaneutrale Altbauten? So funktioniert's ...

Klima- und Energiefonds
© Klima- und Energiefonds
In Wien 15 steht ein Gründerzeithaus aus dem Jahr 1895. Dieses Gebäude in der Kauergasse 2 wurde zukunftsfähig saniert. Hier wurde die erste Grauwasseranlage Österreichs in einem Altbau installiert. Neue Maßstäbe für die nachhaltige Sanierung historischer Gebäude wurden damit gesetzt.

OE24 auf Google bevorzugen

Als Teil des vom Klima- und Energiefonds geförderten Forschungsprojekts „Queen Gudrun II“ steht dieses Gründerzeithaus als Prototyp für die
energieeffiziente und klimafreundliche Altbausanierung und demonstriert, wie umfassende energetische Sanierungen und innovative Technologien zur Ressourcenschonung in alten Gebäuden integriert werden können.

Die Stadt Wien bietet großes Potenzial für Sanierungen nach modernen Standards und Klimaschutzmaßnahmen. Ein Fünftel des Gebäudebestandes besteht aus Altbauten, die vor 1919 errichtet wurden.

Die Sanierung der "Kauergasse 2" wurde durch den Klima- und Energiefonds im Rahmen seiner Smart Cities-Initiative, in Kooperation mit dem Klimaschutzministerium, gefördert.

Kernaspekte des Projekts in der Kauergasse 2:

  • Thermische Sanierung nach EnerPHit-Standard: Dies führt zu einer signifikanten Verringerung des Energieverbrauchs.
  • Grauwassernutzung: Die Grauwasseranlage im Gebäude gewinnt Wärme aus gering verschmutztem Abwasser und bereitet es für WC-Spülungen, Bewässerung und Raumkühlung wieder auf.
  • Erneuerbare Energien und Dekarbonisierung: Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 17 kWp wurde installiert, und die Energieversorgung wurde von dezentralen Gasthermen auf Fernwärme umgestellt.
  • Zusätze: Dach- und Fassadenbegrünungen tragen zur Verbesserung des städtischen Mikroklimas bei. Der Dachgeschossaufbau wurde in Holzbauweise realisiert, was zusätzliche CO2-Einsparungen ermöglichte.
Klima- und Energiefonds
© Klima- und Energiefonds

Grauwasserverwertung – was bedeutet das eigentlich?

Im Haus in der Kauergasse, das aus 31 Wohnungen und vier Gewerbeflächen besteht, wird aus dem anfallenden Abwasser, bekannt als Grauwasser, Energie und Warmwasser gewonnen. Dieses Wasser wird außerdem zur Kühlung im Erdgeschoss verwendet.

Grauwasser ist fäkalienfreies und gering verschmutztes Abwasser aus Bädern, Duschen und Waschmaschinen. Durch Aufbereitung wird es für eine zweite Nutzung als Brauch- bzw. Betriebswasser bereitgestellt. In der Kauergasse 2 wird das Grauwasser in einer innovativen Anlage gefiltert und über einen Wärmetauscher geleitet, um die benötigte Wärme für das Warmwasser zu erzeugen. Das gefilterte Wasser wird außerdem zur Raumkühlung einer Bäckerei im Erdgeschoss über eine Fußbodenheizung, für die Toilettenspülungen sowie zur Bewässerung der begrünten Dächer und Fassaden verwendet.

Klima- und Energiefonds
© Klima- und Energiefonds

Pionierhafte Gebäudesanierung

Diese erste Grauwasseranlage setzt einen Maßstab für zukünftige Altbausanierungen und zeigt, dass nur nachhaltig gebaute Städte auch in der Zukunft lebenswert bleiben. Projekte dieser Art fördern eine ressourceneffiziente und nachhaltige Stadtentwicklung.

Die Sanierung des Gründerzeithauses in der Kauergasse dauerte von 2022 bis 2024 und kostete etwa zwölf Millionen Euro. Nach den Projekten in der Mariahilfer Straße 182 und der Eberlgasse 3 ist die Kauergasse 2 das dritte Wiener Gründerzeitgebäude, das nach dem Passivhausstandard „EnerPHit“ saniert wurde.

Klima- und Energiefonds
© Klima- und Energiefonds

Mission „Klimaneutrale Stadt“ - Ausschreibung 2024

Technologien und Innovationen für die klimaneutrale Stadt. Einen Leitfaden zur Ausschreibung und einen Link zur Einreichung gibt es HIER.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden