Sparprogramm zeigt Wirkung

Erlöse der Deutschen Bahn sanken um 15 Prozent

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Die Deutsche Bahn hat sich auch im Sommer-Quartal nicht aus der Krise befreien können. Die Erlöse lagen zwischen Juli und September bei 7,3 Mrd. Euro und damit um rund 15 % unter Vorjahr. Bis einschließlich September waren es 21,6 Mrd. Euro.

Das drastische Bahn-Sparprogramm zeigt jedoch im Gesamtkonzern Wirkung: Das EBIT lag in den ersten 9 Monaten bereits deutlich über 1 Mrd. Euro. Der angepeilte Betriebsgewinn von knapp 1,8 Mrd. Euro könnte damit noch erreicht werden. 2008 waren es allerdings gut 2,5 Mrd. Euro.

Der kritischste Fall bleibt die Güterbahn, deren Umsätze deutlich unter Vorjahr und dem Plan liegen. Während die Transportmengen der Sparte sich immerhin im 3. Quartal stabilisierten, macht der Preisdruck zu schaffen: Die Umsätze lagen gut ein Viertel unter Vorjahr und 10 % unter Plan. Bereits im ersten Halbjahr 2009 hatte die Bahn einen Umsatzrückgang von 14 % verzeichnet. Trotz Erholungszeichen aus anderen Branchen hatte Bahnchef Rüdiger Grube kürzlich vorsichtig zur weiteren Entwicklung geäußert: Der freie Fall sei zwar beendet, er könne aber noch keine Entwarnung geben.

Lok-Bestellungen aufgeschoben

Um die Gewinnplanung zu sichern waren unter anderem milliardenschwere Bestellungen von Loks aufgeschoben und Ausschreibungen ausgesetzt worden. In Kreisen des Unternehmens hieß es auch, Pläne aus dem Sommer, schon 2011 wieder kapitalmarktfähig zu werden, seien aufgeschoben worden.

Besonders setzt der Konzern bei den Sparanstrengungen beim Personal an: Im Vergleich zum Vorjahr sind mit 236.000 Menschen schon rund 5.000 weniger bei der Deutschen Bahn beschäftigt. Die bisherigen Abbaupläne wurden damit um mehr als 2.300 Stellen verschärft, wie aus Unterlagen hervorgeht.

Während bisher vor allem in der internationalen Logistik gespart wurde und Arbeitsplätze wegfielen, trifft es künftig neben der heimischen Güterbahn auch die Verwaltung: Hier sollen in den nächsten zwei Jahren zwischen 1.700 und 2.000 Stellen gestrichen werden. Dies wird laut Dokumenten bis 2011 allein 125 Mio. Euro bringen.

Die gleiche Summe soll noch einmal über ein Vielzahl von einzelnen Projekten erreicht werden: So werden weniger Berater engagiert, bei den internen Bildungsveranstaltungen gespart und auch das konzerneigene Fernsehen "Bahn TV" soll eingestellt werden.

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