Der neue Focus soll die US-Kunden begeistern

Ford setzt in den USA auf kleinere Autos

Der US-Autobauer Ford will seine heimischen Kunden künftig mit kleineren Autos begeistern. Konzernchef Alan Mulally stellte am Montag (11. Jänner) auf der Autoshow in Detroit die neue Generation des Kompaktwagens Focus vor, die mit kleinen optischen Retuschen weltweit einheitlich vertrieben werden soll: "Wir haben hohe Erwartungen an das Auto", sagte er. Im kommenden Jahr soll in den USA und Kanada auch eine Elektroversion an den Start gehen.

Mulally will den US-Autofahrern zudem den Kleinwagen Fiesta schmackhaft machen. Es gebe bereits 4000 Reservierungen. Bis 2012 wird das Segment der kompakten Wagen nach Einschätzung von Ford in den USA um 25 Prozent auf 3,4 Mio. Autos wachsen. Auch die Rivalen General Motors (GM) und Chrysler stellen sich auf eine zunehmende Nachfrage nach spritsparenderen Fahrzeugen ein. Ford prescht aber mit den zwei Modellen am weitesten vor.

Es dürfte das Jahr der kleineren Wagen werden, sagte Verwaltungsratschef Bill Ford. Er sieht den gesamten Automarkt auf Erholungskurs. Die Hoffnung ruht vor allem auf der Heimat. "Die Kunden kommen zurück, jeden Monat", sagte Ford. Aus Europa erwartet er indes kaum Impulse. "Viele der Abwrackprogramme sind ausgelaufen."

"Viele Fortschritte" im Jahr 2009

Ford hatte den Einbruch auf dem Automarkt im vergangenen Jahr vergleichsweise gut verkraftet. "Das Jahr 2009 werden wir nie vergessen", sagte Konzernchef Mulally. "Wir haben viele Fortschritte gemacht." Neben den neuen Klein- und Kompaktwagen habe Ford auch mit Hybridfahrzeugen und den sich immer noch gut verkaufenden Pick-ups punkten können. 2012 solle im Werk Michigan ein neues Hybrid-Modell vom Band laufen, kündigte Mulally an.

Der vom Flugzeugbauer Boeing gekommene Mulally hatte Ford frühzeitig auf die neuen Marktbedingungen eingestellt. Die Kunden dankten es dem Unternehmen mit ihrer Treue: Der zweitgrößte US- Autobauer büßte im Krisenjahr 2009 lediglich 15 Prozent bei den Verkäufen ein, während GM 30 Prozent und Chrysler sogar 36 Prozent verloren und in die Insolvenz rutschten, aus der sie nur mit staatlichen Milliardenhilfen wieder herausfanden.

Auf der Kostenseite griff Mulally ebenfalls durch, strich Zehntausende von Arbeitsplätzen und schloss ganze Werke. Den Gewerkschaften rang er Zugeständnisse bei den Gesundheitsausgaben und Pensionen ab. Die beiden britischen Nobelmarken Jaguar und Land Rover machte Mulally genauso zu Geld wie die schwedische Marke Volvo. Zuletzt verdiente Ford schon wieder nahezu einen Milliardenbetrag. "Alle Sparten sind im dritten Quartal profitabel gewesen", sagte Mulally.

An der Spitze von GM steht mit dem ehemaligen Chef des Telekommunikationskonzerns AT&T, Edward Whitacre, nun auch ein Branchenfremder. Chrysler lehnte sich an den italienischen Wettbewerber Fiat an. Beide Hersteller versuchen nach Fords Vorbild die Wende zu schaffen.