Vorarlberger "Vlotte" wird weitergeführt

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75 im Einsatz stehende Elektrofahrzeuge, 150.000 zurückgelegte Kilometer sowie 32 öffentliche Stromtankstellen in Vorarlberg: Das ist die Bilanz zum ersten Jahrestag des Projekts "Vlotte" der Illwerke/VKW. 2010 soll "Vlotte" den Übergang vom Pilotprojekt zur breiten Anwendung schaffen, erklärten Illwerke-Vorstand Christof Germann, Vorarlbergs Umweltlandesrat Erich Schwärzler und Eveline Steinberger-Kern vom Klima- und Energiefonds. Der Fonds fördert "Vlotte" 2010 mit 551.000 Euro.

Die Region Rheintal ist seit heuer die erste Modellregion für das Projekt "Elektromobilität" des Klima- und Energiefonds. Dafür flossen bisher 4,7 Mio. Euro nach Vorarlberg. Für 2010 geht die Hauptförderung in der Größenordnung von 1,9 Mio. Euro zwar an das Salzburger Projekt "ElectroDrive", die "Vlotte" wird mit 551.000 Euro jedoch ebenfalls unterstützt. Illwerke/VKW steuern zum Projekt im nächsten Jahr - wie bereits 2009 - 1,3 Mio. Euro bei.

Germann fasste die bisher getätigten Schritte zusammen und gab gleichzeitig einen Ausblick auf das kommende Jahr. Dass noch nicht die angekündigten 100 Autos auf der Straße seien, liege daran, dass zwischenzeitlich keine Fahrzeuge verfügbar gewesen seien. Das Unternehmen habe deshalb begonnen, in Eigenregie Autos des Typs Fiat 500 zu elektrifizieren. "Wir haben eine Interessentenliste mit 200 Namen", erklärte der Vorstand. Ziel sei es, bis Ende nächsten Jahres 250 Elektrofahrzeuge im Betrieb zu haben.

2010 wolle man die Elektromobilität einer großen Masse der Bevölkerung zugänglich machen. "Wir werden an Verkehrsknoten und in Regionen mit hoher touristischer Infrastruktur sogenannte Mobilitäts-Hubs einrichten", kündigte Germann an. Bei diesen Stationen soll es zu einem einfachen Tarif jeweils 5 Elektroautos, 10 Elektroräder und 10 Elektroroller zum Ausleihen geben. "Jeder dritte Vorarlberger soll mittelfristig Zugang zur Elektromobilität erhalten", so Germann. Als erste Gemeinde in Österreich werde Lech am Arlberg Standort für einen "Vlotte"-Hub sein.

Hohe Energieeffizienz

Zu den im ersten Jahr gemachten Erfahrungen sagte Germann, dass eine Photovoltaikanlage mit 15 Quadratmeter Fläche ausreiche, um ein einzelnes Fahrzeug mit Strom versorgen zu können. In punkto Energieeffizienz sei ein Elektroauto einem vergleichbaren Kleinfahrzeug mit Verbrennungsmotor beinahe um den Faktor 3 überlegen. Elektroautos seien trotz der Unterstützung des Klimafonds noch immer zehn Prozent teurer als herkömmliche Wagen. "Ich denke, dass für die Finanzierung der Batterie neue Geschäftsmodelle entstehen müssen", so der Illwerke-Vorstand.

Steinberger-Kern bedachte das "Vlotte"-Projekt mit großem Lob. "Das Rheintal wird durch die "Vlotte" massiv aufgewertet und erhält Bewunderung aus vielen Regionen weltweit. In Vorarlberg wurde der Einstieg in eine neue Energie-Ära geschafft", sagte Steinberger-Kern.

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