Piech

VW: Piech sieht gute Chancen für Lkw-Allianz

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech will die Absatzkrise nutzen, um die von ihm angestrebte Lkw-Allianz voranzutreiben. "In der Not geht alles schneller", sagte der VW-Patriarch am Rande einer Veranstaltung im Vorfeld der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Er ließ offen, ob dazu eine höhere Beteiligung an dem Münchener Nutzfahrzeugkonzern MAN nötig wäre, an dem Volkswagen bereits mit knapp 30 Prozent beteiligt ist.

Piech hatte sich vor längerer Zeit auf die Fahne geschrieben, den VW-Konzern neben dem Pkw-Geschäft auch bei Lkw in eine führende Rolle zu bringen. Dazu beteiligte er sich zunächst an dem schwedischen Lkw-Bauer Scania, der inzwischen als neunte Marke zu Volkswagen gehört. Das Geschäft mit schweren Lastwagen in Brasilien verkaufte die VW-Nutzfahrzeugsparte unlängst an MAN.

Piech machte deutlich, dass der neue Lkw-Konzern unter dem Dach von Volkswagen entstehen solle, äußerte sich aber nicht zu Details. "Das muss ich erst unserem Vorstand vorschlagen", sagte der Aufsichtsratschef. Im Laufe das heurigen Jahres könnten die ersten Schritte dazu eingeleitet werden. "Jetzt ist Porsche in Ordnung, jetzt können wir wieder weitermachen."

Nach der grundsätzlichen Einigung auf eine Integration von Porsche als zehnte Marke sieht Piech das Wachstum von Volkswagen noch nicht als beendet an. 12 Marken seien weiterhin eine Größenordnung, die ihm vorschwebe. Den Kauf einer italienischen Motorradmarke habe er sich indes "abgeschminkt", sagte Piech.

Porsche hat Talsohle erreicht

Der Sportwagenbauer Porsche sieht unterdessen den Tiefpunkt der Luxusautomärkte erreicht, warnt aber vor zu großem Optimismus. "Wir haben die Talsohle erreicht, auch in kritischen Märkten wie den USA", sagte Firmenchef Michael Macht in Frankfurt. Auch wenn viele Experten für 2010 einen Aufwärtstrend prognostizierten, sei Porsche aber weiterhin verhalten. "Noch zieht der Markt nicht an", sagte Macht.

Ob auch nach Weihnachten Kurzarbeit nötig sei, sei unklar. Dennoch rechne Porsche im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 mit einem Gewinn. Bis neue Modelle kommen könnten, die VW nach der Einigung über die Integration von Porsche in den Wolfsburger Konzern ins Gespräch gebracht hatte, werde es noch einige Zeit dauern, sagte Macht. "Die Entwicklungszeit beträgt 32 bis 45 Monate."

Scania rechnet im vierten Quartal mit einer über dem Vorjahresniveau liegenden Auftragslage. "Das wird sich auf jeden Fall beleben", sagte Firmenchef Leif Östling in Frankfurt. Im vierten Quartal 2008 habe die gesamte Branche nur sehr wenige Bestellungen von Lkw verbucht, rechne man die Stornierungen heraus. Ob auch das laufende dritte Quartal über dem Vorjahr liegen werde, sei hingegen unklar.

"Der Markt hat die Talsohle erreicht", sagte Östling. Allerdings hätten viele der überwiegend mittelständischen Kunden weiterhin Schwierigkeiten, ausreichend Kredite zu erhalten. "Damit es aufwärts gehen kann, muss das Bankensystem repariert werden."