Weinviertler S3 mit Mautpflicht ab 1. August

Auf der Weinviertler Schnellstraße gilt ab 1. August Mautpflicht für den Abschnitt Stockerau Nord bis Hollabrunn Süd. Die Maßnahme sei einerseits Folge des nun abgeschlossenen Sicherheitsausbaues - andererseits sollte vermieden werden, dass die 46 km lange Strecke zur mautfreien Alternativroute der künftigen A5 (Nordautobahn) mutiert. Das erklärten NÖ Straßenbaudirektor Rudolf Gruber und Asfinag-Vorstandsdirektor Klaus Schierhackl.

Rund 13 Mio. Euro haben das Land Niederösterreich und die Asfinag zur Erhöhung der Sicherheit auf der - bisherigen - B303 investiert. Gruber verwies auf die Gefährlichkeit der für das Weinviertel sehr wichtigen Strecke, auf der sich drei Mal so viele Frontalkollisionen wie auf anderen vergleichbaren Bundesstraßen ereignet hätten. Allein von 2004 bis 2007 gab es 64 schwere bis tödliche Unfälle. Allerdings verwies Gruber auch auf Messungen, wonach auf der B303 viele Autofahrer deutlich schneller als die erlaubten 100 km/h fahren.

Ein Vollausbau der in Kategorie 2 im transeuropäischen Netz angesiedelten Strecke, die im Gegensatz zur A5 keine Großwirtschaftsräume verbindet - Znaim auf tschechischer Seite ist etwa so groß wie Klosterneuburg - sei auch auf Grund der Frequenz weder volkswirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll. Auf der Bundesstraße sind täglich bis zu 15.000 Kfz unterwegs, den Prognosen zufolge wird diese Zahl die nächsten 15 Jahre gleichbleiben. Parallel zur Mautpflicht wird in den Anrainerorten ein Lkw-Durchfahrtverbot in Kraft treten, so Gruber.

Mitteltrennung und zusätzliche Pannenbuchten

Errichtet wurden u.a. Mitteltrennung und zusätzliche Pannenbuchten. Die Anfangstellen der Leitwände sind beleuchtet, die Übergangsbereiche wurden deutlich markiert. Die zweispurigen Überholbereiche sind nun doppelt so lang wie zuvor. Einspurig bleiben u.a. die Brücken. Die rund 20 Kilometer umfassenden Baumaßnahmen wurden u.a. mit den Rettungskräften akkordiert und Alarmpläne sowie Umleitungskonzepte erstellt. Ebenfalls geschaffen wurden Lärmschutzwände auf knapp vier Kilometern Länge und Wildzäune.

Schierhackl bezifferte die erwarteten Einnahmen aus der Bemautung mit rund 3,5 Mio. Euro pro Jahr. Mauttechnik und Beschilderung der S3 kosteten 1,2 Mio. Euro. Der Betrieb wechselt von der NÖ Straßenmeisterei zur Autobahnmeisterei Stockerau. Der Bau der Nordautobahn sei im Zeitplan - im November wird der Abschnitt bis zum Knoten Eibesbrunn eröffnet.

Der ÖAMTC begrüßte den Ausbau im Interesse höherer Verkehrssicherheit, warnte in der Aussendung aber vor den Engstellen. Besonders gefährlich seien die zahlreichen schmalen Brücken mit jeweils nur einem Fahrstreifen pro Richtung und keiner Mittelsicherung. Auch gebe es dort keine Landemöglichkeit für Notarzthubschrauber.