Rund 4.200 Jobs fallen innerhalb eines Jahres weg

ZF erwägt Jobabbau

Der drittgrößte deutsche Autozulieferer ZF Friedrichshafen plant einen deutlichen Jobabbau. Die Mitarbeiterzahl werde bis zum Jahresende auf etwa 59.800 sinken, sagte Vorstandschef Hans-Georg Härter bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt.

Ende 2008 hatte der Spezialist für Antriebs- und Fahrwerkstechnik noch rund 64.000 Beschäftigte unter Vertrag. "Es sind weiterhin große Unsicherheiten im Markt, die uns immer noch keine klare Sicht auf die nächsten Monate erlauben", begründete Härter den Schritt. "ZF spürt die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sehr deutlich." ZF produziert auch im oberösterreichischen Steyr.

Für das Gesamtjahr rechnet Härter mit einem Umsatzrückgang von 12,5 Mrd. im Vorjahr auf rund 9,2 Mrd. Euro. Vor wenigen Tagen hatte Härter bereits mitgeteilt, dass der Autozulieferer einen Verlust von 500 Mio. Euro erwartet, nachdem im Jahr 2008 noch ein Gewinn nach Steuern von 434 Mio. Euro eingefahren worden war. Vor allem das weiter schwächelnde Nutzfahrzeugsegment und das eingebrochene Geschäft in Russland seien die Ursache für den negativen Geschäftsverlauf, erklärte der Manager. Auch im nächsten Jahr sei noch nicht mit einer durchgreifenden Erholung zu rechnen.

Härter hatte bereits angekündigt, mit einem 600-Mio.-Euro-Sparpaket gegensteuern zu wollen. Alleine im Personalbereich müsse ein dreistelliger Millionenbetrag eingespart werden. Die Stammbelegschaft in Deutschland soll aber gehalten werden, hatte Härter erklärt. Auf dem Heimatmarkt beschäftigt ZF rund 37.000 Mitarbeiter. Rund drei Viertel der deutschen Beschäftigten befinden sich derzeit in Kurzarbeit.

Folgen für Steyr noch unklar

Die Folgen des ZF-Sparplans insbesondere für den Standort ZF Steyr Präzisionstechnik GmbH & Co. KG in Oberösterreich mit rund 270 Mitarbeitern sind noch unklar. Konzern-Pressesprecher Hans-Georg Demel erklärte auf APA-Anfrage, es werde noch bis Ende November verhandelt, erst danach könne Konkretes gesagt werden.

Das Sparpaket sei noch nicht auf einzelne Standorte heruntergebrochen worden, stellte Demel fest. Im Unternehmen beginne man jetzt Verhandlungen mit jeder Abteilung über Einsparungen beim Personal und nicht nur bei diesem. Versucht werde, die Fluktuation nicht nachzubesetzen. Aber jedes Werk, jeder Bereich, jedes Land werde seinen Beitrag leisten müssen.