BMW setzt Kurzarbeit zeitweise aus

BMW will heuer schwarze Zahlen schreiben

Der deutsche Autobauer BMW will trotz drastischer Absatzeinbrüche 2009 in die Gewinnzone fahren. "Wir werden darum kämpfen, dass wir schwarze Zahlen im Konzern haben", sagte BMW-Finanzchef Friedrich Eichiner auf der IAA. 2008 war der Gewinn von BMW um fast 90 Prozent auf 330 Mio. Euro eingebrochen. Das Jahr 2009 begann dann mit Verlusten, dank Kosteneinsparungen inklusive eines deutlichen Personalabbaus schafften die Münchner im zweiten Quartal aber wieder einen Überschuss von 121 Mio. Euro.

Für dieses Ziel dürfe das Absatzminus in diesem Jahr allerdings nicht die Marke von 15 Prozent überschreiten, betonte Eichiner. In den ersten acht Monaten hatte BMW 817.183 Autos verkauft und damit 17,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Zuletzt hatte der Trend aber nach oben gezeigt.

"Insgesamt kann man feststellen, dass sich die Märkte langsam beruhigen, allerdings auf einem niedrigen Niveau. Wir sind vorsichtig optimistisch." Für zusätzlichen Schwung sollen künftig auch neue Modelle wie der kleine Geländewagen X1 und der 5er GT sorgen, die in Frankfurt vorgestellt werden und ab Ende Oktober bei den Händlern stehen.

Das bisherige Absatzziel von 1,8 Mio. verkauften Fahrzeugen im Jahr 2012 werde wegen der Krise aber nicht mehr erreicht, sagte der Finanzchef. Wahrscheinlicher sei eher ein Wert von gut 1,6 Mio. Fahrzeugen. Es bleibe aber bei der anvisierten Umsatzrendite von 8 bis 10 Prozent im Automobilgeschäft zu diesem Zeitpunkt. Im vergangenen Jahr hatte BMW weltweit gut 1,4 Millionen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verkauft.

Keine näheren Angaben zu Kooperationen

Auf geplante Kooperationen mit den Herstellern Daimler und PSA wollte Eichiner nicht näher eingehen. Bei beiden sei vor allem aber die gemeinsame Nutzung von Komponenten interessant. "Bei größeren Fahrzeugen mit Heckantrieb sprechen wir mit Mercedes, bei kleineren mit PSA." Ein möglicher Motorenverkauf an andere Hersteller bleibe zwar interessant, sei derzeit aber kein großes Thema. "Die Industrie hat nicht mit Engpässen zu kämpfen, sondern mit Überkapazitäten."

An Rabattschlachten in der Branche will sich BMW nicht beteiligen. Vertriebsvorstand Ian Robertson sagte laut "Focus Money", in den letzten 5 Monaten hätten sich die Verkaufszahlen des bayerischen Autoherstellers stetig erholt. "Die Rückgänge fallen von Monat zu Monat kleiner aus." Die Absatzerholung solle aber nicht durch Preiszugeständnisse erreicht werden.

Der Aufwärtstrend solle sich dank der Vielzahl neuer Modelle fortsetzen und zwischen 2010 und 2012 mit dem Anlaufen volumenstarker Modelle noch verstärken, erklärte Robertson dem Magazin zufolge. "2012 streben wir im Segment Automobile eine Marge von acht bis zehn Prozent an."

Ein Novum hat BMW bei der diesjährigen Internationalen Automobilausstellung (IAA) präsentiert: Ein Messestand, auf dem Autos nicht nur stehen, sondern auch fahren. In einem Rundkurs durch die BMW-Arena in der neuen Messehalle 11 präsentiert der Autobauer seine Modelle. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bemühungen Fahrvergnügen, Sprit sparen und Umweltverträglichkeit unter einen Hut zu bringen. "Klimaschutz macht auch Spaß", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer bei der Vorstellung auf dem ersten Presstetag der IAA.