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Chronologie: Der Poker um die Opel-Zukunft

Seit Monaten warten die rund 25.000 Opel-Beschäftigten in Deutschland auf eine Entscheidung über ihre berufliche Zukunft. Ebenso wie die Bundesregierung hatten sich die Betriebsräte und Gewerkschaften für einen Einstieg des Investors Magna ausgesprochen. Nun ist eine Entscheidung gefallen, die am Nachmittag verkündet werden sollte. Nachfolgend eine Chronik der zahlreichen Ereignisse seit März.

2. März: Der deutsche Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) legt sich nach einem Spitzengespräch mit Opel-Managern nicht fest, ob der ums Überleben kämpfende Autobauer die beantragten Staatshilfen erhalten wird. Das vorgelegte Sanierungskonzept soll geprüft werden.

6. März: Zu Guttenberg bringt ein Insolvenzverfahren als Lösungsmöglichkeit ins Gespräch.

16. März: Die Bundesregierung führt parallel zu ihren Verhandlungen mit der Opel-Mutter General Motors (GM) Gespräche mit potenziellen Investoren.

31. März: Bundeskanzlerin Angela Merkel verspricht Bürgschaften für einen Opel-Investor.

23. April: Der italienische Fiat-Konzern zeigt sich interessiert.

25. April: Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna rückt als möglicher Opel-Investor in den Fokus.

19. Mai: Vertreter von Bund, Banken und Ländern einigen sich auf eine Zwischenfinanzierung im Rahmen von 1,5 Mrd. Euro an staatlich verbürgten Krediten für den angeschlagenen Autobauer.

20. Mai: Fiat, Magna und die in Belgien ansässige Ripplewood-Tochter RHJ International (RHJI) bieten für Opel.

26. Mai: Der deutsche Wirtschaftsminister zu Guttenberg bringt den chinesischen Autokonzern BAIC als weiteren Interessenten zur Sprache.

28. Mai: Verhandlungen mit den potenziellen Investoren und der Opel-Mutter GM scheitern am gestiegenen Finanzbedarf der Amerikaner, den die Bundesregierung nicht übernehmen will.

29. Mai: Fiat zieht sich zurück.

30. Mai: Eine Absichtserklärung wird unterzeichnet, Opel aus dem Konzern herauszulösen und mit Investitionen von Magna auf neue Beine zu stellen.

1. Juni: 101 Jahre nach der Firmengründung meldet der einst größte Automobilkonzern der Welt, GM, Insolvenz an.

2. Juni: Opel erhält die erste Finanzspritze vom Staat.

8. Juli: BAIC legt ein neues Angebot vor.

12. Juli: Auch RHJI bessert nach.

16. Juli: Nach den Länderchefs spricht sich auch Bundeskanzlerin Merkel für den Einstieg Magnas und der russischen Sberbank bei Opel aus.

20. Juli: Die Frist läuft ab, bis zu der die Interessenten ihre offiziellen Angebote bei GM einreichen konnten; es bieten RHJI, BAIC und Magna.

23. Juli: BAIC scheidet aus dem Bieterverfahren aus.

4. August: GM-Verhandlungsführer John Smith dämpft die Hoffnung auf schnelle Lösungen.

9. August: RHJI hat nach Angaben seines Chefs Leonhard Fischer bereits einen unterschriftsreifen Vertrag mit General Motors ausgehandelt.

13. August: Auch Magna einigt sich mit GM auf einen unterschriftsreifen Vertrag.

22. August: GM vertagt die Opel-Entscheidung.

25. August: GM betont bei einem Treffen mit Bund und Ländern, unverändert auf einen Verkauf seiner Tochter Opel zu setzen.

2. September: RHJI bessert sein Übernahmeangebot nach.

3. September: Laut einem Zeitungsbericht will GM Opel doch behalten und selbst sanieren. Die Nachricht, die in den folgenden Tagen auch zahlreiche weitere Zeitungen bringen, löst bei Politikern und Arbeitnehmervertretern heftige Reaktionen aus.

9./10. September: Der GM-Verwaltungsrat hat offenbar über die Zukunft von Opel entschieden, will die Entscheidung aber erst nach Unterrichtung der deutschen Bundesregierung und des deutschen Tochterunternehmens öffentlich bekanntgeben.